Leserbriefe

Nicht zu schnell einfahren

31.01.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sem Schade, Wendlingen. Zum Leserbrief „Fremdschämen für die Regierung“ vom 27. Januar. Ich verstehe das Unbehagen, dass sich die Welt verändert, liebgewonnene Gewohnheiten gesellschaftlich weniger akzeptiert werden und der Druck wächst, sein Leben an manchen Punkten etwas anders zu gestalten. Ich bitte jedoch, nicht direkt in die Blockaden zu gehen, alles als Hysterie herunterzuspielen und unzugänglich für neue Informationen zu sein.

Die „Verpönung“ der aufgezählten Dinge hat ihre Gründe. Der menschenverursachte Klimawandel ist real, wir spüren die ersten Auswirkungen (Extremwetter, Ernteausfälle, Waldbrände, Artensterben). Doch wenn erst die Kipppunkte eintreten, wie das Auftauen der Permafrost-Böden und das Abbrennen der Regenwälder, dann sind die Folgen fatal! Viele Menschen werden wegen der Folgen ihre Existenz und ihr Leben verlieren, Milliarden werden fliehen. Unglaublich viele Tierarten sterben aus, die Meere übersäuern, Wassermangel und Hungersnöte drohen. Die angesprochenen Punkte tragen hierzu bei und sollten deswegen reduziert und vermieden werden.

Flüge: Die 50 Millionen Flüge weltweit jedes Jahr tragen mit ihrem riesigem CO2-Ausstoß massiv zum Klimawandel bei. Besonders schlimm: Nur fünf bis zehn Prozent der Menschheit fliegt überhaupt. Hier leben die reichen Länder, also wir, massiv auf den Schultern der Armen. Fleisch: Nur in Deutschland werden jährlich circa 4,8 Millionen Tonnen Fleisch konsumiert. 99 Prozent davon stammen aus der Massentierhaltung. Ich kenne niemanden, der Filme hiervon gesehen hat und diese Haltungen auch nur annähernd als ethisch vertretbar empfindet. Und auch neben den ethischen und gesundheitlichen Folgen des zu hohen Fleischkonsums hat dieser einen riesigen CO2-Ausstoß. Auch wegen des Methanausstoßes, aber vor allem wegen der riesigen Landflächen, auf denen Tierfutter angebaut und nach Deutschland geschickt wird.

Und weil der Konsum weiter steigt, werden immer mehr Flächen benötigt. Hierfür wird aktiv Regenwald (zum Beispiel im Amazonasgebiet) gerodet, damit Tierfutter für unsere Fleischproduktion angebaut werden kann. Düngemittel: Der massive Einsatz von Pestiziden ist der Hauptgrund dafür, dass die Zahl der Insekten massiv zurückgegangen ist. Damit geht auch die Zahl der Vögel drastisch zurück, da sie keine Nahrung mehr finden. Diesel: Hierbei ging es weniger um das CO2 als um die Luftqualität in den Großstädten. Hier ist das Land seinen Bürgern gegenüber verpflichtet, für saubere Luft zu sorgen. Die angesprochenen Defizite unserer Gesellschaft (Altersarmut et cetera) sind alle richtig, sie stehen nicht im Konflikt, sondern in Harmonie mit dem Klimaschutz.

Leserbriefe

Eigentum und Wohnungsnot

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