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Nicht alle über einen Kamm scheren

18.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Siegfried Opifanti, Nürtingen. Zum Leserbrief „Acht Stunden Motorradlärm am Tag“ vom 11. Juli. Was Herr Betz in seinem Leserbrief schreibt, ist teils nachvollziehbar, in der Sache jedoch nicht differenziert genug betrachtet. Er spricht aufgrund eigenen Erfahrungen circa 60 Prozent aller Motorradfahrer (Biker) die Männlichkeit ab, die wohl nur durch das Motorrad kompensiert wird.

Persönlich zähle ich mich zu den restlichen 40 Prozent, die in den Augen von Herr Betz Gnade finden. Ich nutze mein Motorrad überwiegend für die Fahrt zur Arbeit ohne Sonntag. Der größte Teil der Biker muss am Sonntag ebenfalls nicht arbeiten und fährt tatsächlich „zum Spaß“. Fragen und Thesen: Grundsätzlich sind circa 99 Prozent aller am Sonntag fahrenden Motorräder gesetzeskonform und für unseren Straßenverkehr zugelassen – warum sollten sie nicht auf öffentlichen Straßen fahren dürfen? Autofahrer sind sonntags auch unterwegs - konsequenterweise auch hier ein Fahrverbot bei Nichteinhaltung der Lärmgrenze? Können sich Autofahrer die Sonntags-Fahrt vielleicht doch leisten bei fehlendem Umweltbewusstsein? Stinken und lärmen PS-Boliden weniger als Motorräder?

Die Kfz-Steuer wird genau abgerechnet auf ein Jahr. Bei Fahrverbot für Sonn- und Feiertage sind das circa 60 Tage. Bekomme ich das zuviel bezahlte Geld zurück? Ein Motorrad, gekauft unter der Einhaltung aller gesetzlichen Regeln, verliert bei Sonntagsfahrverbot enorm an Kaufwert. Nach meinem Diesel soll ich einen Wertverlust ein zweites Mal hinnehmen? Ich verstehe den Ärger des Leserbriefschreibers und bin froh, dass ich ruhig wohnen darf, aber Fakten mit Parolen und Unterstellungen zu mischen, scheint mir der falsche Weg zu sein zu einer vernünftigen Lösung.

Den Rennfahrern möchte sagen: Lasst den Mist. Man kann durch Ortschaften auch mit niedriger Drehzahl ohne Zwischengas durchfahren; davon haben alle etwas: Anwohner mehr Ruhe, Umwelt weniger Dreck und Fahrer mehr im Geldbeutel. Dann würde wieder Ruhe an den Fronten eintreten. Ich glaube, der Schreiber könnte es so gemeint haben. Und recht hätte er.

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