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Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

26.02.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pit Lohse, Nürtingen. Zum Leserbrief „Teufelsbrücke oder Jugendkunstschule?“ vom 21. Februar. Ich möchte mich nicht dieser Argumentationslinie von Dr. Gekle anschließen, der hier den Erhalt eines Kulturgutes mit einem einmaligen Zuschussbedarf einer dauerhaften Förderung von kulturellen Angeboten für Kinder und Jugendliche gegenüberstellt. Zumal die jetzt so dringende Sanierung der Teufelsbrücke durch die fehlerhafte Planung und den Ausbau der Straße nach Wolfschlugen entstanden ist. Ansonsten würde diese Brücke, mit kleineren Instandhaltungsarbeiten, Jahrhunderte weiter unser Auge erfreuen und uns aufzeigen, dass hier ein Handelsweg von hoher Güte über Nürtingen auf die Fildern führte.

Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Viel interessanter und notwendig ist doch die Debatte zu führen, wo können wir im laufenden Haushalt durch effektiveres Arbeiten oder durch Vermeiden von Doppelstrukturen, aber auch durch fehlende langfristige Planung, dauerhaft Gelder sparen beziehungsweise sie sinnvoll einsetzen.

Beispiele dieser Fehlplanung sind in letzter Zeit unter anderem der Verkauf des Wörthareals zum Preis von 300 Euro statt 450 Euro pro Quadratmeter oder gar mehr. Ebenso fehlendes Erwirtschaften und Einsetzen von Fördergeldern oder eine langfristige Stadtentwicklungsplanung. Oder aber, wie dem Haushaltsplanentwurf zu entnehmen ist, sollte der Blick auf Doppelstrukturen gerichtet werden. Auf Gelder, die über das Stabsteam des OB jährlich für Eventveranstaltungen (nicht Kulturveranstaltungen) ausgegeben werden. So zum Beispiel 124 000 Euro in 2011 für Mission Olympic, das Stadt- und Neujahrsfest oder die Miró-Ausstellung. Hier könnte man nach meiner Ansicht den Rotstift lockerer ansetzen, ohne dass dies einen dauerhaften Schaden für die Bevölkerung hätte.

Auch das Geld für die Firma Imaka, deren Gutachten mit 150 000 Euro zu Buche schlägt, und das fehlerhafte beziehungsweise unausgereifte Vorschläge hervorbringt, hätte man sparen können, zumal der Gemeinderat und die Verwaltung all diese Punkte schon vor Jahren angesprochen haben. Eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Betroffenen unter Einbeziehung der vorhandenen Fachkenntnisse der Bürgerschaft (kostenneutral) wurde mal wieder versäumt.

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