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Nachtquartier Nürtingen?

16.11.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Egon Eigenthaler, Nürtingen, REP-Regionalrat. Zu den Artikeln Kann Nürtingen von Metzingen profitieren? vom 6. November und Kaum noch Chancen für IKEA vom 14. November. Die Berichte sind zielverwandt und Thema im Planungsausschuss des VRS (Verband Region Stuttgart), dem auch ich angehöre. Unterschiedliche Auslegung des Planungsrechts beim großflächigen Einzelhandel, zu dem auch die großen Outlet-Center zählen, hat der Stadt Metzingen, von der Region Neckar-Alb als Mittelzentrum eingestuft, bereits Weltruhm beschert. Hingegen hat die Stadt Wendlingen, in der Region Stuttgart als Unterzentrum bewertet, vergeblich um eine Genehmigung dafür gekämpft. Jürgen Gerrmann nennt in seinem Kommentar Gräben zuschütten korrekt die Verantwortlichen im Wirtschaftsministerium und Wirtschaftsausschuss. Er weiß, dass der VRS als Wadenbeißer und Überbringer schlechter Nachrichten im Regionalplan, der vom Landesbaugesetz bestimmt wird, die Prügel der betroffenen Gemeinden und Städte oft zu Unrecht erhält. Nur Stuttgart hat als Oberzentrum künftig noch ein Recht zur Ansiedlung von großflächigen Zentren, so wie Möbel Rieger jetzt in Esslingen eines entstehen lässt.

Ohne aus dem Nähkästchen zu plaudern, wie Frau Matt-Heidecker aus nichtöffentlicher Sitzung im Planungsausschuss des VRS, darf man feststellen, dass die Bemühungen von Kirchheim um die Ansiedlung von IKEA erfolglos bleiben werden, solange sich Kirchheim, Nürtingen, Wendlingen mit weiteren angrenzenden Kommunen nicht als Städtebund zu einer Siedlungs- und Verwaltungsgemeinschaft zusammenfinden, um, ähnlich wie bei der Krankenhausfusion, zumindest die Zahl der Einwohner von Esslingen zu erreichen. Nur so werden sie sich nicht vergeblich um Einkaufsmagneten bemühen, die einen Teil der hier erarbeiteten Kaufkraft binden und, wie in Metzingen, die finanzielle Basis für großzügige Kommunalarbeit sicherstellen.

Nicht passieren darf, dass sich Nürtingen als Nachtquartier, Bus- sowie Wohnmobil-Abstellplatz für Boss-Outlet-Touristen und als Schleichweg für IKEA-Schnäppchenjäger zwischen den Fronten der Einkaufszentren von Metzingen und Kirchheim wiederfindet. Der Profit an gemeinsam mehr bewegen darf sich für Nürtingen nicht in der Zunahme an Lärm, Abgasbelastung, Verkehrsaufkommen, an Verkehrsstaus, an Nachteulen und Nachtschwärmern mit den bekannten Folgen munteren Nachtlebens auszahlen. Es wäre zu wenig dafür, dass ein Großteil der 2,5 Millionen Outlet-Kunden aus Metzingen und der erwarteten 800 bis 1200 Fahrzeuge stündlich von IKEA in Kirchheim direkt durch Nürtingen rollen wollen, um auf dem kürzesten Weg in Metzingen und in Kirchheim günstig einkaufen zu können.

Leserbriefe

Nawalny und das russische Volk

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Der besondere Blick auf Putin“ vom 11. Januar. Ei, was ist er doch für ein Tausendsassa, der „gute Russe Nawalny“. Russische „Gönner“ bezahlen seine Behandlung in Berlin. Welcher Art die wohl sind? 30 000 Dollar investiert er (woher kommt das…

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