Schwerpunkte

Leserbriefe

Nachhaltigkeit und langfristige Nutzung

18.02.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Carsten Meerjans, Altdorf. Zum Leserbrief „Nachhaltigkeit ist eine Frage der Vernunft“ vom 10. Februar. Um es gleich vorwegzunehmen: Wer in die falsche Richtung unterwegs ist, dem hilft auch kein Galoppieren – somit gilt auch weiterhin: „Wer sich verteidigt, klagt sich an!“ Ob jemand sachliche Darstellungen als Vorwurf oder Unterstellung auffasst, obliegt natürlich jedem selbst. Es ist richtig, dass Nachhaltigkeit eine Frage der Vernunft ist, die technisch überholte Dinge nicht zwingend erhalten – aber: eben auch nicht zwingend zerstören muss. Wie unvernünftig ist es, über 10 Tonnen CO2-Ausstoß in Kauf zu nehmen, nur um mit einem Neuwagen etwas bequemer von A nach B zu gelangen?

Im „Grünen Sektor“ wird bekanntermaßen gerne mit der CO2-Bilanz hantiert – da diese unstrittig den Faktor Zeit enthält, folgt daraus: Je länger man einen Gegenstand zweckdienlich nutzt, desto besser wird dessen CO2-Bilanz. Im Jahr 2020 gab es beispielsweise laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland 525 968 zugelassene Oldtimer. Das sind in Neuwagen gerechnet mehr als fünf Millionen Tonnen CO2 (circa 500 Eiffeltürme!). Meines Erachtens steht die Einsparung auch nur eines Bruchteils dieser enormen Menge CO2 durch Gebrauch noch voll funktionsfähigen Eigentums in keiner Weise dem Wohle der Allgemeinheit gemäß Artikel 14 (2) Grundgesetz entgegen.

Analog zur geflickten Hose ist es sogar vernünftig, einen Oldtimer zu restaurieren. Legt man den CO2-Ausstoß der Restaurierung, eine durchschnittliche Kilometerleistung und einen Verbrauch von zehn Litern Treibstoff pro 100 Kilometern zugrunde, kann der Oldtimer weitere 25 Jahre mit einer besseren CO2-Bilanz als ein Neuwagen bewegt werden. Schaut man sich dann noch die Gesamt- CO2-Bilanz des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes an, wird der Neuwagen schwerlich eine Chance auf ein Unentschieden haben. Daraus ergibt sich unvermeidlich nur ein vernünftiges Fazit: Es gibt nichts Nachhaltigeres, als Dinge so lange wie möglich ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend zu nutzen!

Leserbriefe

Impfpflicht leider ausgeschlossen

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Noch zu früh“ vom 26. Februar. Es ist ein sehr gewagtes „leider“ im letzten Satz des Kommentars „Noch zu früh“ von Markus Grabitz – Zitat: „Die Bundesregierung hatte ja eine Impfpflicht – leider – ausgeschlossen“: Als Journalist sollte ihm bekannt…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe