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Mutiges Begehren

07.06.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erich Besemer, Nürtingen. „Es gehört Mut dazu, sich zu einer Sache öffentlich zu bekennen“, so der Überbringer der Unterschriftenaktion des sogenannten Bürgerbegehrens „Großer Forst“. Ist derjenige mutig, der unerkannt im Schwarm von 3000 Unterschriften ohne jegliche Konsequenzen für sich mitschwimmt, weil sein Name öffentlich nie bekannt gegeben wird? Oder sind vielmehr diejenigen mutig, die sich durch Nennung ihres Namens für Arbeit und Brot auf dem „Großen Forst“ aussprechen und dem von uns gewählten Gemeinderat nicht in den Rücken fallen?

Seit kurzem ist jedem, der die NZ liest, bekannt, wie die einzelnen Gemeinderäte abgestimmt haben und abstimmen werden. Mit einem Bürgerentscheid setzen sie an Stelle einer klaren Zuordnung der Verantwortung die Anonymität. Niemand könnte nachher feststellen, wer wofür oder wogegen abgestimmt hat, verantwortlich wäre niemand mehr. Deshalb verlangen sie jetzt ihre Stimme zurück. Dies gilt insbesondere für den Albverein, dem ich seit über 60 Jahren angehöre und der sich ohne Kenntnis aller Fakten vorzeitig dazu verleiten ließ, sich gegen die Firma Boss auszusprechen. Der Albverein sollte jedem Einzelnen seiner Mitglieder die Entscheidung pro oder contra Arbeit und Brot selbst überlassen. Im Übrigen wird durch die Unterschrift keines der Tiere, die auf dem Großen Forst gemästet werden, vor dem Schlachthof gerettet. Wohl aber überlässt man Hunderte von Arbeitssuchenden der Arbeitslosigkeit.

Abschließend ein Zitat von Erich Kästner: „Erst wenn die Mutigen klug und die Klugen mutig geworden sind, wird das zu spüren sein, was irrtümlicherweise schon oft festgestellt wurde: Ein Fortschritt der Menschheit.“

Leserbriefe

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