Schwerpunkte

Leserbriefe

Mit Respekt durch die Krise

06.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karsten Deuringer, Owen. Die Läden öffnen teilweise wieder, das „normale Leben“ kehrt zaghaft und ganz langsam wieder zurück. Und schon zeichnet sich ab, dass einige Mitmenschen in einer Lockerung ein Aufheben der Verbote sehen. So werden vereinzelt Mitmenschen ohne Mund-Nasen-Schutz in Läden angetroffen und wenn das Personal zum Eigenschutz und zum Schutz der anderen einschreitet wird lauthals gepöbelt – getroffene Hunde bellen sagt der Volksmund. Viele Läden haben wieder geöffnet oder öffnen bald und regeln den Ansturm mit begrenzten Einkaufwägen, nur ein Kunde ohne Begleitung oder durch Sicherheitspersonal um die Zahl der Kunden im Laden auf ein Minimum zu reduzieren, obwohl dies die Läden einiges an Einnahmen kostet.

Anders geht es teilweise in den Supermärkten zu. In einem Nürtinger Supermarkt war es am 2. Mai so voll als gäbe es kein Morgen mehr. Einkaufen nach einem Feiertag wie in Zeiten vor Corona. Derart viele Menschen waren hier beim Wochenendshopping und die Aufzüge waren bis zum Brechen voll, obwohl es als Alternative eine Treppe gibt. Eine Benutzung eines Einkaufwagen zum Einkaufen war hier nicht vorgegeben, so dass die Zahl der Kunden nicht begrenzt werden konnte. Die geltende Abstandsbeschränkung, die trotz Mund-Nasen-Schutz Regel weiterhin gilt, war hier gar nicht mehr möglich umzusetzen.

Es geht aber auch anders: in den meisten Läden ist die Benutzung eines Einkaufswagens vorgeschrieben, in einem Baumarkt in Esslingen sind die Aufzüge gesperrt und in anderen Läden wird der Zugang zum Beispiel durch Fachpersonal beschränkt. Eine Nachfrage bei der Ordnungsbehörde ergab, dass hier ebenfalls Unsicherheit über die geltenden Vorschriften besteht. So war diese der Meinung, dass beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutz die Abstandbeschränkung nicht mehr gilt. Dann dürften auch die Wartebereiche, zum Beispiel beim Friseur, voll besetzt werden. Das steht so nicht in der aktuellen sechsten Corona-Verordnung.

Wie sollen sich die Bürger verhalten, wenn schon die Ordnungsbehörde unterschiedliche Auffassungen über die Verordnungen hat. Ein Appell an die Landesregierung: um Klarheit zu schaffen sollten die Ordnungsbehörden geschult werden und einheitlich vorgehen. Das schafft Sicherheit in der Bevölkerung und verhindert Aggressionen. Nur gemeinsam und mit Respekt den anderen gegenüber kommen wir gut durch diese Krise, die umso länger dauert je mehr wir auf unsere persönlichen Rechte pochen.

Leserbriefe

Kampfflugzeuge mit Atombomben an Bord

Raul Guerreiro, Nürtingen. Zum Artikel „Bundesregierung pocht auf nukleare Abschreckungen“ vom 5. Mai. Weltweit sterben stündlich 6 250 Menschen. Das sind 150 000 pro Tag. Zwei Drittel davon (100 000) sterben ganz normal, weil es an der Zeit ist, ihren Körper zu verlassen und in den nächsten…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe