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Leserbriefe

Mehr Mitgefühl für die Mitmenschen

01.09.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Monika Stoitzner, Nürtingen. Zum Leitartikel „Eltern als Mörder“ vom 25. August. Gescheitert an der Welt? Wehwehchen eines verweichlichten Wohlstandskindes? Brutale Mörder und Totschläger, die ihre Familie auslöschen? Menschen, die Amok laufen? Loser, sogenannte Versager? Menschen mit Depressionen!

Mit Entsetzen und Grauen liest man den Artikel über die Familientragödie, die uns die Presse auf den Frühstückstisch serviert. Erleichtert lehnen wir uns anschließend wohlig zurück und genießen unseren Kaffee. Der Journalist hat ja Entwarnung geliefert: Diagnose Depression. Wir müssen uns keine Gedanken machen. Wir sind nicht verrückt. Wir sind Gutmenschen. Depression, so was haben wir nicht. Wir sind stark. Wir sind erfolgreich und egoistisch. Wir mobben und sind lieblos. Wir schicken unsere Söhne in den Krieg und sind für ein Betreuungsgeld. Wir glauben unseren Politikern und tanzen um das Goldene Kalb des Kapitalismus. Wir berichten von der Gastfreundschaft im Urlaub und verachten unseren ausländischen Mitbürger. Wir gehen in die Kirche und spenden für gute Zwecke. Wir kaufen uns frei und schließen Augen und Ohren. – Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, an der jeder Mensch erkranken kann. Der Verlust des Partners, eines Kindes, Arbeitslosigkeit, eine schwere Erkrankung, Mobbing, Lieblosigkeit, Vereinsamung, Sorgen und Nöte können Depressionen auslösen. – Suizid oder das Familiendrama sind das Ende eines verzweifelten Kampfes. Ein Mensch hat kein Vertrauen mehr in sich, seine Mitmenschen und in Gott. Depressionen können mit Therapien, Medikamenten und in Selbsthilfegruppen behandelt, gelindert und geheilt werden. Wie wäre etwas mehr Mitgefühl und Verständnis für unsere Mitmenschen?

Leserbriefe

Unverhohlene Parteibrille

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