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Lösungen für die Zukunft finden

07.07.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Leserbrief „Wo Gas ersetzt werden kann, sollte man es tun“ vom 2. Juli.

Herr Kunzmann hat recht! Gas muss ersetzt werden, wo immer es möglich ist – aber richtig. Richtig und nicht mit der teuersten Energieform, bei der übrigens auch die Entsorgung von der letzten Bundesregierung schlicht ignoriert wurde. Atomkraft ist mehr als Strom, Atomkraft ist ein riesiges Betriebsrisiko, wie selbst der CDU mit Fukushima klar wurde und Atomkraft hinterlässt Abfall, der bis heute kein Endlager hat.

Dies ist allgemein bekannt und hat sich auch durch die vom Kanzler propagierte Zeitenwende nicht geändert. Zeitenwende bedeutet nicht, dass man den Unfug der 80er und 90er zu falschen Ideen für heute umfunktioniert, sondern Lösungen für die Zukunft sucht und findet!

Dieser Meinung ist auch der Betreiber des AKW Neckarwestheim II, die EnBW. Der Energieversorger bleibt bei einer Abschaltung zum 31. Dezember 2022 und setzt auf die Zukunft.

Der sechsprozentige Gesamtbeitrag der AKWs an der Stromerzeugung im vergangenen Jahr ist wirklich entbehrlich. Dies übrigens keineswegs aus ideologischen, sondern aus ganz praktischen Gründen. Der TÜV bei den AKWs läuft ab und solche Prüfungen dauern, sind teuer und brauchen Jahre der Amortisation. Auch gibt es die nötigen Brennstäbe nicht beim Baumarkt um die Ecke, sondern aus russischem Uran, von russisch kontrollierten Herstellern. Etwas zu kurz gedacht seitens der CDU, aber Zukunft scheint nicht so wirklich zu den Kernkompetenzen der Partei zu gehören, die ideologisch im letzten Jahrhundert stecken- blieb. Setzen wir also auf die Zukunft, auf noch mehr Einsatz für die Energiewende, auf die Vielfalt der regenerativen Energien, dann schaffen wir das, ganz ohne AKWs!

Da es aber so scheint, dass Vintage die angesagte Stilrichtung der CDU von der Spitze bis in die Ortsverbände ist, versteht Thaddäus Kunzmann vielleicht ja die Worte des ehemaligen Bundesministers und Bundestagspräsidenten, Dr. Wolfgang Schäuble. „Isch over“ gilt eben auch für die Atomkraft!

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