Leserbriefe

Kritik am Referenten der Nürtinger Akzente

31.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Auch, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum „Nachhinein“ vom 19. Januar. Das hat im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Nürtinger Akzente“ gerade noch gefehlt – ein Vortrag zum Thema „Warum die Alten nicht das Problem sind, sondern die Lösung“. Diese Erkenntnis kommt spät!

Herbert Henzler hat in seiner aktiven Zeit die „Alten“ als wesentliches Problem für die Wirtschaft gesehen. Als Chef von McKinsey hat er und seine Branche viele Tausend Arbeitnehmerfamilien ins Unglück gestürzt. Die Unternehmensberater waren es, die zur Gewinnmaximierung die Entlassung der Älteren empfohlen haben.

Zehntausende wurden auf die Straße gesetzt (dafür haben sie den Begriff „freigesetzt“ erfunden) und kalt lächelnd in die Langzeitarbeitslosigkeit geschickt.

Familien sind zerbrochen, weil der Ernährer auch nach 50 bis 100 Bewerbungen als „zu alt“ vom Hof geschickt wurde. Viele sind fast verzweifelt, manche haben sich das Leben genommen. An der Kompetenz und dem Willen der Betroffenen wurde gezweifelt und ein Bundeskanzler Kohl (selbst ein Gesetzesbrecher) hat die Diskussion noch durch Diffamierung der Unglücklichen befeuert. Sie, die 40 Jahre anerkannt und kompetent den Reichtum im Land mit geschaffen haben, standen unverhofft vor dem Nichts. Das Know-how, das in ihnen steckte, war plötzlich vernichtet – zum Schaden des Landes. Vernichtet von einer Branche, die sich ihre reaktionären Beratungsleistungen mit Tagessätzen von bis zu 4000 DM vergolden ließ. Die Folgen für die Betroffenen: geringere Renten – je nachdem, wie lange sie eingezahlt haben und ob sie mit 52 Jahren oder etwas später „entsorgt“ (nichts anderes war das) wurden. Viele müssen „aufstocken“, weil die Rente für ein ordentliches Leben nicht reicht. Viele Milliarden hat das die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und die Steuerzahler gekostet! Viele weitere Milliarden Beitragsausfälle, Steuermindereinnahmen und die Folgen von Kaufkraftverlust noch nicht berücksichtigt. Dafür tragen die Herren stolz das Bundesverdienstkreuz, ich frage mich wofür? Herr Professor Dr. Henzler hat ja vor einiger Zeit die „Freisetzung“ (ich sage „Entsorgung“) der Alten als Fehler eingeräumt. Zehn Jahre hat diese Einsicht gebraucht. Zu einer ordentlichen Entschuldigung hat es aber nicht gereicht. Eine ganzseitige Anzeige der Unternehmensberatungen in den Tageszeitungen wäre angebracht. Genug Fett haben die ja angesetzt. Dann müssten noch alle dieser Branche, die für diese Fehlleistungen mit Auszeichnungen behängt wurden, überlegen, wie sie es damit halten.

Leserbriefe

Die USA und der Strafgerichtshof

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zu den Artikeln „USA drohen Richtern mit Einreisesperren“ und „Bundeswehr in Syrien“ vom 11. September. Dass Richter und Strafverfolgungsbehörden von Drogenkartellen, Mafiosi und in Bananenrepubliken bedroht werden, ist nichts Neues. Völlig neu ist jedoch…

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