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Kommt der Hunger wieder?

10.06.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Georg Lamparter, Grabenstetten. Ein 80-jähriger Altbauer sagt seine Meinung zum Milchlieferungsboykott: „Den Ast absägen, auf dem man sitzt“. Wer tut das schon? Ein Mensch, der einen klaren Verstand hat, macht das nicht.

Die Manager in den Chefetagen der Discountmärkte sägen fleißig an dem Ast, auf dem sie sitzen. Ihre Ein- und Verkaufspraktiken sind zwar verbraucherbeliebt, aber nicht landwirtschaftsfreundlich. Wenn das so weitergeht, werden eines Tages die Regale in den Lebensmittelmärkten leer bleiben.

Tausende bäuerlicher Familienbetriebe haben in den letzten Jahren die Stalltüren auf Dauer geschlossen. Was die Landwirte jetzt tun, ist Notwehr. In der Landwirtschaft kann man heute viel tun, eines aber geht nicht: einen Betrieb durch Zuzahlen am Leben erhalten. Die wichtigsten Produktionsmittel bekommen die Landwirte, Gott sei Dank, immer noch geschenkt: Sonnenschein und Regen. Aber daraus wird noch keine Milch.

Man braucht Dieselkraftstoff zur Futtererzeugung, teure Maschinen, Strom, Kraftfutter, Mineraldünger. Die Preis für diese Produktionsmittel haben sich verdoppelt. Wenn die Ausgaben höher sind als die Einnahmen, lohnt sich Landwirtschaft nicht mehr. So einfach ist das.

Die Agrarpolitik der letzten Jahre hat schon eine Spur der Verwüstung hinterlassen. In den Dörfern stehen große Bauernhäuser. Schöne Bauernhäuser, die alle leer stehen und keinen Cent mehr einbringen. Diese Agrarpolitik war ein Irrweg ohnegleichen! Wenn das so weitergeht, wird eines Tages der Hunger wieder an unsere Türen klopfen. Was Hunger ist, das wissen nur noch die älteren Mitbürger, die den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit erlebt haben. Noch ist es Zeit, umzudenken.

Eines ist sicher: die Menschen, die an 365 Tagen im Jahr zweimal täglich die Mühe auf sich nehmen und Kühe melken, auch an jedem Wochenende, die haben einen ordentlichen Lohn verdient.

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