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Köngen erstickt im Verkehrslärm

15.07.2017 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martin Merkel, Köngen. Zum Artikel „Statt Lärmschutzwall nun Flüsterasphalt“ vom 6. Juli. 140 000 Fahrzeuge täglich. Eingekesselt von der Bundesstraße 313, A 8 und zukünftig auch von der ICE-Neubautrasse. Die Fakten sind eindeutig. Köngen erstickt im Lärm. Und was unternimmt die Politik? Sie zieht sich hinter formale Beschlüsse zurück und vertröstet die Bürger mit vagen Aussichten auf Flüsterasphalt und gegebenenfalls den Bau einer Lärmschutzwand im Zuge eines noch nicht einmal rechtskräftig beschlossenen Ausbaus der A 8. Unfassbar.

Derzeit werden in und um Köngen Millionen Tonnen Abraum gefördert und es werden händeringend Deponien gesucht, in denen das Material entsorgt werden kann. Und die Gemeinde Köngen bietet in dieser Situation eine Lösung an, die nicht nur wirtschaftlich sinnvoll wäre, sondern auch die vom Abtransport geplagten Gemeinden entlasten und darüber hinaus eine dauerhafte Lärmminderung für die Bürger ermöglichen würde. Nun dürfen sich die Köngener Bürger auf die Aussicht auf einen lärmmindernden Belag freuen, der zumindest in der Bauphase (frühestens nach Fertigstellung der ICE-Trasse) durch die dann entstehenden Staus auf der A 8 für Lärmminderung sorgen wird.

Und wenn dann nach einigen Jahren der Flüsterasphalt seine Wirkung verloren hat, dann beginnt das Spiel von Neuem. Mit Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Vernunft lässt sich das leider nicht erklären. Und ob angesichts des gigantischen Nachholbedarfs an Infrastrukturmaßnahmen der achtspurige Ausbau der A 8 kommt, steht für mich ebenfalls in den Sternen.

Nachfolgende Generationen werden sich einmal fragen, warum es unter einer grün-schwarz geführten Landesregierung nicht möglich war, diese historisch einmalige Chance zum Wohle der Menschen zu nutzen. Politikverdrossenheit hat für mich seit diesem Thema einen Namen.

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