Schwerpunkte

Leserbriefe

Klimawandel: Alte Gewohnheiten ablegen

20.11.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tobias Buschbacher, NT-Neckarhausen. Zum Kommentar „Zähes Ringen um Klimaschutz“ vom 15. November.

Vor wenigen Tagen ging die UN-Klimakonferenz in Glasgow relativ ergebnisoffen zu Ende. Die große Weltpolitik bleibt träge. Auch wenn Kompromisse erzielt wurden, wird es zu lange dauern, bis die Beschlüsse in Taten umgesetzt werden. Als Neckarhäuser sind mir an sehr vielen Bäumen am Neckarufer blaue Kreuze aufgefallen. Ich gehe davon aus, dass diese Bäume demnächst gefällt werden sollen. Dabei handelt es sich zum Teil um alte Bäume mit Höhlungen und Totholz.

Nun ist seit Langem bekannt, dass gerade alte Bäume von unschätzbarem Wert für die Biodiversität, den Artenschutz und ein funktionierendes Ökosystem sind. Wenn uns tatsächlich nur noch wenige Jahrzehnte bleiben, bis wir sämtliche Kipppunkte des Klimawandels überschritten haben, ist jeder dieser Bäume unersetzlich! Kein Baum, der heute älter als 30 Jahre ist, wird in dieser Zeit die gleiche Klimawirkung entfalten können als der, den wir heute fällen. Aber anstatt den Umgang mit der uns umgebenen Natur zu überdenken, wird noch immer in alten Mustern gehandelt. Wenn ein Baum keinen direkten Nutzen mehr bringt, er kurzsichtigen menschlichen Interessen im Weg oder einfach nur am falschen Platz steht – er wird gefällt.

Wie wäre es, wenn wir anstatt weiterhin den Klimawandel zu subventionieren (Bau- und großflächige Landwirtschaft) direkt in Maßnahmen zu Eindämmung desselben investieren? Alte Bäume sichern und erhalten, Überflutungszonen von Bebauung freihalten und Altarme reaktivieren, alte Gebäude renovieren statt uniforme Ortskerne zu erschaffen, Nahverkehr und dezentrale Versorgung in den Ortskernen stärken . . . Ja, das kostet Geld, aber es wäre endlich mal eine Investition in unser aller Zukunft. Wir müssen nicht auf die Weltpolitik warten, wir können mit Mut zu kleinen Entscheidungen, Transparenz und Kommunikation viel verändern. Jetzt ist die Zeit, neu zu denken und alte Gewohnheiten abzulegen. Wenn uns sichere Renten so wichtig sind (BaWü-Check 2021), sollten wir auch dafür Sorge tragen, diese noch genießen zu können.

Leserbriefe

Crowdfunding zur Finanzierung

Barbara König, Nürtingen. Zum Artikel „Massive Kritik am Planer“ vom 18. November.

Es ist eine Unverschämtheit gegenüber uns Steuerzahlern, dass die Stadtoberen weiterhin gewillt sind, überteuerte Prestigeobjekte zu finanzieren. Da es nicht gelang, das Hölderlinhaus unter…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe