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Kleine Schulen sind im Nachteil

25.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Daniela Kühfuß, Großbettlingen. Diese Woche gab es in der Grund- und Hauptschule Großbettlingen eine Veranstaltung zum Thema Werkrealschule. Dabei ging es auch um die Frage, ob die Hauptschule in Großbettlingen eine Überlebenschance hat. Es mag ja ein gutes Konzept sein und viele Köpfe haben sicher auch ein gutes Werk zustande gebracht, aber hier wird der Schwarze Peter eindeutig den Schulträgern zugeschoben. Zitat aus der Webseite des Kultusministeriums: „Klar sei nun, dass die Schulträger die Standortentscheidungen träfen, und dass sie dabei auch ein Konzept mit mehreren Standorten verfolgen könnten. Die Zweizügigkeit bleibe die Basis für die Realisierung der Werkrealschule. Sie orientiere sich am Klassenteiler, der ab dem nächsten Schuljahr 32 betrage und in den Folgejahren auf 28 Schüler abgesenkt werde.“

Fakt ist, dass sämtliche Schulen auf dem Lande, auch hier in Großbettlingen, um ihre Existenz bangen müssen. Es ist von der Regierung Oettinger unverantwortlich, solch einen Beschluss umzusetzen. Es wird den Gemeinden jeglicher Spielraum aberkannt. Dass die Schulträger die Standortentscheidung treffen, entspricht nur in der Konsequenz der Realität. Sie können nicht anders, als ihre Schule zu schließen, da jegliche Möglichkeit außerhalb der Zweizügigkeit von Anfang an im Keim erstickt wird.

Das heißt im Klartext, die Regierung will weniger Schulen, weniger Schulverwaltungen, um das Geld, das sie nun für diesen Aufwand der „Neuen Werkrealschule“ benötigt, wieder wettmachen zu können. Die entscheidende Frage ist: Warum braucht man drei Wahlpflichtfächer, die der Kernpunkt der Zweizügigkeit sind? Eine einzügige Schule kann dies nicht bieten, dies ist absolut unverständlich. Warum benötigt man diese Fächervielfalt? Sind das tatsächlich Fächer, die an der Realschule unterrichtet werden? Sind diese drei Wahlpflichtfächer tatsächlich das Tor zur mittleren Reife? Wozu ist diese Entscheidung über diese Fächervielfalt gut? Auf die eigentlich wichtige Frage, nämlich die der Qualität des Unterrichts, die an kleineren Schulen viel besser ist, wird kein Wert gelegt. Hier sind wir wieder bei der Tatsache Quantität an Fächern statt Qualität im Unterricht. Ein Lehrer mit 15 Schülern in der Klasse kann auf jeden Schüler eingehen, egal wie das Fach heißt, in einer Klasse mit nahezu 30 Schülern ist dies nur bedingt möglich.

Wir hoffen, dass sich die Landesregierung die Sache gründlich überlegt hat und auch den kleineren Schulen eine Überlebenschance gibt.

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