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Leserbriefe

Keine Verbote zur Rettung des Planeten?

31.03.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Hilft Corona dem Klimaschutz“ vom 17. März. Lautstark haben sich Vertreter mehrerer Parteien stets den Forderungen der Jugend um „Fridays for Future“ und all der anderen weltweit engagierten Menschen widersetzt: Verbote, nur um den Planeten zu retten? Niemals – weil dann die Wirtschaft, die Schwarze Null, die Freien Bürger, der globale Handel, der Tourismus, die Demokratie, der Rechtsstaat und so weiter unermesslichen Schaden erleiden würden, meinten diese sogenannten Volksvertreter und ihre neo-liberalen Freunde im Geiste. Keine Verbote? Dazu gibt es den weisen Spruch: „Alle sagten, das geht nicht! – Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht!“

Seit Corona sind Verbote plötzlich die einzige Lösung für sämtliche Probleme, nachdem die Politik dem Volk eine quälend lange Phase des Schweigens und der Ratlosigkeit zugemutet hat. Stillstehen lautet der Befehl weltweit für die Menschen – aber nicht für den völkerrechtswidrigen Krieg in Syrien und die tödlichen Sanktionen, an denen Deutschland als treuer Vasall des US-Imperiums immer noch festhält, damit die vier Millionen Flüchtlinge keinen Rückweg in ihre eigene Heimat finden. Corona hat alle aufgeschreckt und wird uns wohl noch sehr lange begleiten.

Hoffentlich reift in dieser Zeit auch bei Politikern und den lenkenden Konzernen die Einsicht, dass es nicht so weitergehen kann wie in den letzten 30 Jahren. Nach dem Volksaufstand der Menschen in der DDR 1989 gab es die Chance, eine neue friedliche Weltordnung zu schaffen. Der kalte Krieg war beendet, der Warschauer Pakt aufgelöst und die Voraussetzungen für Frieden geschaffen. Stattdessen hat das US-Imperium weltweit aufgerüstet einschließlich der NATO, die sich Raum im Osten sicherte und Russland völlig unbegründet zu einem neuen Feindbild entwickelt hat. Statt harmonischer Anpassung hat West-Deutschland die DDR mit Treuhand und Deutscher Mark einfach übernommen und ausgebeutet und mit Privatisierung ecetera die Kluft zwischen Arm und Reich in ganz Deutschland sperrangelweit geöffnet. Die Klimakrise ist eine Folge auch dieser neoliberalen Wachstums-Strategie, die jetzt dringend beendet werden muss – auch mit Verboten an den richtigen Stellen.

Leserbriefe

Hohenheim ist offen – Tachenhausen ist zu

Dietmar Hierl, Oberboihingen. Zum Artikel „Garten Tachenhausen am Wochenende zu“ vom 23. Mai. Von der Leitung der Hochschule Nürtingen wird für den Lehr- und Versuchsgarten des Tachenhäuser Hofs wohl ein neuer Hotspot erwartet. Denn nur so kann man sich die neuen Öffnungszeiten erklären. War der…

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