Leserbriefe

(K)Eine schwere Entscheidung?

29.09.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans-Helmut Kurz, Nürtingen. Den Nürtinger Stadträten und Stadträtinnen steht zum Bebauungsplan „Wörth östlich“ in der nächsten Gemeinderatssitzung eine folgenschwere Entscheidung bevor. Es geht einerseits um nachvollziehbare wirtschaftliche Belange, zu denen ich auch den Wohnungsbedarf rechne, andererseits aber auch um eine große Zahl besonderer städtebaulicher Werte, die sich nur schlecht in Geld messen lassen, trotzdem aber ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Entscheidung sein müssen. Genau hier liegt aber das Problem!

Ich habe die konträre Diskussion in der Sache aufmerksam verfolgt. Es ist eindeutig: Wirtschaftliche Details stehen im Vordergrund der Argumentation und andere Kriterien, die ich unter dem Sammelbegriff „städtebauliche Kultur“ zusammenfassen möchte, sind weniger oft und detailliert angesprochen worden. Nicht die Wirtschaftlichkeit bei der Flächennutzung, sondern die Folge von bebauten und unbebauten Flächen, die Bildung von Stadt- und Landschaftsräumen und deren sensible Ausgestaltung entscheiden darüber, wie Bürger und Besucher eine Stadt „bewerten“.

Ich habe die große Sorge, dass die bisher geplante kompakte Bebauung bis an den Fluss heran sehr bald mit dem gleichen Bedauern beurteilt wird wie zum Beispiel der Abbruch des „Steinernen Baus“. Und wer sagt uns, ob ein Stadtentwicklungsplan, der seit langer Zeit aussteht und hier sehr hilfreich wäre, für diese Situation nicht ganz andere Ziele anstreben würde? Öffentliche Gewässer – vom kleinen Bach bis zum Fluss – brauchen ihren Freiraum. Mir fällt im Augenblick kein Beispiel aus jüngerer Zeit ein, bei dem man ein Gewässer in einem anderen Ort ohne Not durch Baumaßnahmen nachträglich eingeengt hätte.

Ganz im Gegenteil: Überall in anderen Kommunen bemüht man sich, Grünzonen in Verbindung mit Gewässern möglichst nahe an die Zentren heranzuführen. Ein kleines Beispiel dafür, was man da erreichen könnte, wäre die Umgestaltung der Lindach in Kirchheim-Jesingen. Fördermittel können umgeschichtet werden, wenn es dazu nachvollziehbare Gründe gibt, die bei der Genehmigung so noch nicht gesehen wurden. Ich finde es erschreckend, wenn eine Entscheidung, die städtebauliche Kriterien nicht im richtigen Verhältnis berücksichtigt, auch davon beeinflusst wird, dass man in einer harten Auseinandersetzung einfach nur seine Position wahren möchte, wie es bei der Stadtverwaltung der Fall zu sein scheint. Ich bitte die Räte inständig, ihre persönliche Entscheidung mit Mut, Herz und Verstand und im Interesse des Gemeinwohles aller Nürtinger Bürger zu treffen.

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