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Kein Tempolimit

20.01.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Knoblauch, Nürtingen. Zum Artikel „Erhöhte Unfallgefahr auf neuem Abschnitt“ vom 13. Januar. Ich muss ja schon ein wenig schmunzeln, wenn ich lese, dass Dr. Hans-Wolfgang Wetzel „mit knapp 120 Stundenkilometer fahrend, beinahe in die Leitplanke geriet“ und nun, anstatt über einen möglichen eigenen Fahrfehler nachzudenken, die ganze Stadt verrückt macht. Ich gebe zu, ich fand es auch sehr mutig, als ich das erste Mal über den neu geöffneten Streckenabschnitt fuhr und sah, das es hier keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Aber nach kurzem Überlegen kam ich zu dem Entschluss, dass es einfach nur die richtige Entscheidung ist.

Denn wie Dr. Clemens Homoth-Kuhs, Pressereferent des Regierungspräsidiums Stuttgart, richtig sagt: eine Tempofreigabe ist kein Freibrief zum Rasen. Man muss dann die Geschwindigkeit eben der Situation anpassen. Ein generelles Tempolimit für alle zu fordern, finde ich fast schon eine Frechheit. Denn dazu muss ich ja annehmen, meine Mitbürger seien nicht in der Lage, die Situation richtig einzuschätzen, beziehungsweise würden im Straßenverkehr nicht das nötige Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen und müssten deshalb „gelenkt“ werden.

Dass dem nicht so ist, beweisen doch jeden Tag mehrere Tausend Autofahrer, die diesen Streckenabschnitt nutzen. Und dass dann innerhalb der ganzen Zeit vier „Unfälle“ vorgefallen sind, spricht doch für sich. Denn das in einer Prozentzahl ausgedrückt bewegt sich ja im Promille-Bereich. Und von diesen vier Unfällen geschah einer wohl aufgrund von Alkoholeinfluss und zwei wegen Glatteis. Es bleibt also ein einziger!

Da ich der Meinung bin, dass die Verkehrsteilnehmer wohl die richtige Geschwindigkeit selber einschätzen können, halte ich ein Tempolimit für überflüssig. Und sollte durch eine Untersuchung festgestellt werden, dass der Fahrbahnbelag mangelhaft ist und deshalb von einer Gefahr auszugehen ist, dann kann ebenfalls ein Tempolimit nicht die Lösung des Problems sein. Denn Straßen werden deshalb ausgebaut, um ein zügigeres Vorankommen zu ermöglichen und nicht durch künstliche Barrieren zu bremsen.

Ich plädiere also dafür, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, sprich die Straße muss mangelfrei sein. Dann aber muss dem Verkehr freier Lauf gewährt werden und dem Autofahrer muss die Verantwortung überlassen werden. Denn diese vollkommen abnehmen wird man sowieso nicht können.

Und wenn man sich so die Albaufstiege in unserer näheren Umgebung so anschaut, dann klappt das doch ganz gut. Denn vor den wenigsten Serpentinen wird die Geschwindigkeit auf 20 Stundenkilometer gedrosselt und trotzdem ist jedem klar, dass er dort nicht mit den erlaubten 100 Stundenkilometern durchfahren kann.

Mir bleibt nun nur zu hoffen, dass Polizei und Straßenverkehrsamt die richtige Entscheidung treffen werden.

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