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Kanonenbrücke ist Friedenssymbol

30.10.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Michael Gruber, Wendlingen. Zum Artikel der „Was geschieht mit der Kanonenbrücke?“ vom 21. Oktober.

Bei der Diskussion über den Umgang mit der Kanonenbrücke vermisse ich die angemessene Würdigung ihrer Geschichte. Ich war selbst in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt zugegen und wunderte mich darüber, die Notwendigkeit der Sanierung rein wirtschaftlich zu betrachten. Der Abbruch der Brücke wurde im Rahmen mehrerer Alternativen erwogen, der Wille zum Erhalt war nicht zu erkennen.

Der Bau der Brücke erfolgte zu einer Zeit, in der die Auswirkungen des Krieges in Wendlingen spürbar waren und unsere Angehörigen zu den Glücklichen zählten, das Inferno überlebt zu haben. Was lag da näher, als Kanonenrohre für friedliche Zwecke umzuschmieden, um zwei entfernte Ufer zu verbinden? Ich halte unsere Brücke aus Kanonenrohren für ein besonderes Bauwerk mit Stadtgeschichte und plädiere für ihren Erhalt. Die Entstehung der Brücke sowie die damals federführend agierenden Personen sollten in einer Gedenktafel dokumentiert werden, dass die noch vielen Bürgern unbekannte Geschichte der Brücke einen festen Platz in der Geschichte der Stadt Wendlingen findet.

Den Stadträten und Fraktionen, die sich zum Teil geschlossen für eine rein wirtschaftliche Lösung aussprechen, sei die Frage gestellt: Schätzen sie die Gefahr eines Krieges als so gering oder die Friedfertigkeit der Völker als so groß ein, dass es derlei Symbolik nicht mehr bedarf?

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