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Jugendkunstschule muss bleiben

09.02.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erik Gebauer, Nürtingen. Zum Artikel „Nürtingen will auf Schuldenbremse treten“ vom 5. Februar. Nürtingen muss sich entscheiden, wie die Stadt in Zukunft aussehen möchte. Man ist hier sehr stolz auf die kulturelle Vielfalt. Kaum eine offizielle Veranstaltung kommt ohne die musikalische Umrahmung seitens eines Ensembles der Musikschule aus. Die Öffentlichkeit erfreut sich an „Opern Air“ oder den Musicals der Musik- und Jugendkunstschule. Immer wieder wird betont, wie schön es doch ist, wenn die „jungen Leute“ auch mal etwas Vernünftiges machen und nicht nur zu Hause vor dem PC sitzen oder „herumlungern“.

Nur leider ist das alles kein Selbstläufer. Natürlich kostet das alles Geld! Aber dieses Geld ist hervorragend angelegt. Es dient uns allen. Die Stadt sollte lieber einmal stolz auf das reichhaltige kulturelle Angebot sein, an dem die Musik- und Jugendkunstschule einen großen Anteil hat. Nicht ein einziger Cent von dem Geld, das dort investiert wird, ist verschwendet. Es hilft jungen, talentierten Menschen, sich zu entwickeln und viele neue und spannende Erfahrungen zu sammeln. Die Schließung der Jugendkunstschule würde einige von uns hart treffen und auch für die Musiker eine große Einschränkung bedeuten. Letztlich wird es nach der Entscheidung sicherlich weitergehen, jedoch bleibt die Frage, wie es dabei um die Motivation bestellt ist.

Die meisten Künstler sind bei Auftritten und Proben ehrenamtlich tätig und viele der bezahlten Lehrkräfte legen unzählige (unbezahlte) Extraschichten ein, wenn ein Projekt mal wieder in die heiße Phase kommt. Es kostet eben nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Und wer opfert diese Zeit? Die Künstler und vor allem die Mitarbeiter und Helfer bei der Musik- und Jugendkunstschule. Allen voran natürlich ihr Leiter, Hans-Peter Bader, der sich wie kaum ein Zweiter um Kunst und Musik in der Stadt verdient gemacht hat. Man wird sehen, dass diese Entscheidungen das Kulturleben der Stadt sowohl unmittelbar als auch mittelbar beeinflussen wird. Jeder von uns ist für einen vernünftigen Haushalt in der Stadt, bei dem nicht mehr Geld ausgegeben wird als eingenommen. Aber wollen wir unsere hervorragenden Kulturangebote behalten, dann dürfen wir die wichtigen Fördereinrichtungen nicht verlieren. Das Aus für die Juks wäre der Anfang vom Ende.

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