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Jede Gemeinschaft braucht Leuchttürme

07.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Herbert Ruff, Oberboihingen. Zum Artikel „Bundesbank zitiert Sarrazin zum Rapport“ vom 1. September. Ich finde es beängstigend, wie sehr die politische und gesellschaftliche Führungsschicht sich dem Zeitgeist, dem Mainstream unterwirft, indem sie Sarrazin pauschal verurteilt, nur um sich gewissen gesellschaftlichen Gruppen anzubiedern. Am 29. August konnte ich im Deutschlandfunk ein Interview mit Sarrazin über sein Buch verfolgen. Das meiste, was er sagte, klang für mich sehr vernünftig. Nicht umsonst sagt Kant in seiner „Kritik der reinen Vernunft“: „Bediene dich deines eigenen Verstandes“.

Gerade was Sarrazin über die Juden sagte, war sehr lobenswert. Absichtlich werden ihm nun diese Passagen von interessierter Seite falsch ausgelegt. Die Juden lassen alle Jungen ohne Ausnahme schon im Kindesalter seit über 2000 Jahren lesen und schreiben lernen. Die allgemeine Schulpflicht wurde in Deutschland erst im 18. Jahrhundert eingeführt und das auch nur zögerlich. Die Lerninhalte waren wenig fundiert. Ist es da ein Wunder, dass gerade die Juden in der Wissenschaft hervorragende Gelehrte hervorbrachten, und das überproportional? Man braucht sich nur die Liste der Nobelpreisträger anzuschauen.

Aber nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der darstellenden Kunst, der Musik und der Literatur sind die Juden an exponierter Stelle häufig vertreten. Das alles ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer außerordentlichen Bildungsbeflissenheit. Für mich nötigt das allerhöchsten Respekt ab. Ob dies nun an den Genen liegt, wie Sarrazin behauptet haben soll, oder nicht, ist zweitrangig. Sollte sich Sarrazin dahingehend geäußert haben, ist es noch lange kein Grund, ihm rassistische Absichten beziehungsweise biologische Auslese zu unterstellen, und wenn schon: Jede Gemeinschaft braucht Eliten, die als Leuchttürme voranschreiten, auf dass sich die Gesellschaft positiv weiterentwickelt.

Um sich als Elite hervorzutun, braucht es vor allem eine Unmenge Fleiß. Diesen Fleiß und die mangelnde Bereitschaft, sich zu integrieren, ist das, was Sarrazin anmahnt. Diejenigen, die zu uns kommen wollen, haben zuallererst eine Bringschuld, um sich in unsere Gesellschaft einzubringen. Sie sollten sich fragen: „Was kann ich für meine neue Heimat tun?“ Nur ein kleinerer Teil der Zuwanderer unter uns wurde als Gastarbeiter geholt, um die „Drecksarbeit“ zu machen. Das ist ein Mythos, um als Benachteiligte anerkannt zu werden. Viele Einheimische machen heute noch die gleiche „Drecksarbeit“. Diese Aussagen von mir sind natürlich ein „Minenfeld“, denn die vorherrschende Meinung der Soziologen ist ja, dass alle die gleichen Chancen haben, nur die Gesellschaft hindert sie daran.

Leserbriefe

Nawalny und das russische Volk

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Der besondere Blick auf Putin“ vom 11. Januar. Ei, was ist er doch für ein Tausendsassa, der „gute Russe Nawalny“. Russische „Gönner“ bezahlen seine Behandlung in Berlin. Welcher Art die wohl sind? 30 000 Dollar investiert er (woher kommt das…

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