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Jahrhundertchance oder Bausünde

26.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Braunmüller, Nürtingen, Stadtrat Nürtinger Liste/Grüne. Bei der Wörthbebauung geht es bei der Anzahl und der Höhe der Gebäude zu wie auf einem orientalischen Basar. Öl ins Feuer gegossen hat die Verwaltung mit ihrem überraschenden Vorschlag, an der bisherigen Planung einer zweizeiligen Bebauung festzuhalten, bei den Stadtvillen am Neckar ein Stockwerk herunterzunehmen und auf das geplante Hochhaus beim Museum zu verzichten. Auf dieser Basis wird nun um Nuancen gestritten, zum Beispiel noch eine Stadtvilla weg und dafür wieder mehr Stockwerke. Bei diesem Geschachere entfremdet man sich völlig von dem von den Bürgern vorgetragenen Wunsch nach einer stadtnahen Aufenthaltsfläche und der Empfehlung des Runden Tisches für eine Flächenüberbauung von 40 bis 70 Prozent. Der Vorschlag der Stadt bewegt sich etwa bei 95 Prozent.

OB Heirich schert sich nicht um die Bürgermeinung, sondern strebt einen „finanziell und juristisch machbaren Kompromiss“ an. Diese Formulierung riecht förmlich nach einer einvernehmlichen Absprache mit dem Investor. Die Siedlungsbau Neckar-Fils, mit dem ehemaligen OB Bachofer als Vorstand nebst zwei Nürtinger Stadträten im Aufsichtsrat, lässt sich offensichtlich ungern wieder die Butter vom Brot nehmen, das bereits dick bestrichen schien. Im wirtschaftlichen Denken hat Sentimentalität und Herzblut keinen Raum. Die Fraktion Nürtinger Liste/Grüne spricht sich für den vom Forum Wörth vorgelegten „Plan 60 plus“ aus. Dies bedeutet eine 60-prozentige Überbauung mit einem Verzicht auf die erste Baureihe und dem Vorschlag, die entfallenden Baukörper außerhalb des Plangebietes entlang der Metzinger Straße zu bauen. Wir halten dies für eine phantastische Lösung sowohl in gestalterischer als auch in finanzieller Hinsicht, weil dieser Vorschlag nahezu erfolgsneutral für die Stadt und den Investor ist. Die Verwaltung hat zu diesem bereits am 1. Juni beim Runden Tisch vorgelegten Vorschlag bis heute geschwiegen und nun in allerletzter Minute diesen Vorschlag ohne nähere Begründung als „fachlich und planungsrechtlich nicht umsetzbar“ verworfen.

Es wird spannend werden am Dienstag, 26. Juli, bei der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates um 18 Uhr. Es geht schlichtweg um die Verwirklichung einer Jahrhundertchance für einen (kleinen) Bürgerpark oder die Zementierung einer Bausünde aus vorgeschobenen Gründen. Die Fraktion Nürtinger Liste/Grüne wird eine namentliche Abstimmung beantragen.

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