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Ist der Gemeinderat noch tragbar?

14.10.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martin Burr, Aichtal-Neuenhaus. Wer die letzten Wochen das Engagement des Aichtaler Gemeinderats verfolgte, der durfte miterleben, wie verzweifelt ein(e) GegenkandidatIn für den amtierenden Bürgermeister gesucht wurde. Zur Wahl im Mai hatte man die vollständige Rekrutierung der Kandidatin Schmidt offenbar noch nicht abgeschlossen. Die Möglichkeit einer Wahlverschiebung durch den Gemeinderat kam somit gerade recht.

Der Kandidatin des Gemeinderats wurde dafür dann zum neu angesetzten Wahlkampf ein Rundum-Wohlfühlpaket geboten, inklusive wüster Beschimpfungen gegen alle anderen Kandidaten. Man gab sich siegessicher und es konnte nur eine Gewinnerin geben, schlussendlich hatte man als Gemeinderat ja auch mit Abstand den größten Aufwand betrieben.

Was hatte man als Gemeinderat nicht alles getan? Plakate um Mitternacht aufgehängt, getreu dem Motto wir haben den besten Platz und das größte Plakat. Den Wählern erklärt, welche Kandidatin zu wählen sei, und eine Unterschriftenaktion „Wir unterstützen Bettina Schmidt“ gestartet.

Vom Eingang Grötzingen bis zum Ausgang Häfner hörte man da, dass der Gemeinderat, sollte Herr Kruß wiedergewählt werden, geschlossen zurücktritt, wenn nicht . . . ? Ja, wenn nicht das Ego wäre!

Mit Verkündung des Wahlergebnisses waren die Gesichter des Gemeinderats dann lang. Danach folgte die nächste Komödie mit „Weitermachen – jetzt erst recht“. Rückzug Schmidts mit der Aussage, die Aichtaler wären noch nicht bereit für eine Frau als Bürgermeisterin, und der Wahlkampf wäre schmutzig verlaufen. Dazu die Aufforderung von Frau Schmidt in der Nürtinger Zeitung, ihre Stimmen an Kandidat Kurz weiterzugeben. Einen Tag später dann eine schriftliche Erklärung von Frau Schmidt an die Zeitung: „Das habe ich nie gesagt. Ich habe und werde keine Wahlempfehlung für Herrn Kurz aussprechen.“

Glaubt man Bettina Schmidt, der hoch angepriesenen Kandidatin des Gemeinderats, so hat man nun die Wahl zwischen Stillstand (Lorenz Kruß) und Testlabor (Sebastian Kurz). Nach meinem Dafürhalten sollten die Verantwortlichen der Komödie das Amt als Gemeinderat noch vor dem zweiten Wahlgang niederlegen, damit man ihnen wenigstens noch einen Funken Anstand und Ehre nachsagen kann und somit der Stillstand nicht länger ein Bestandteil von Aichtal ist.

Der aktuelle Stillstand ist ausschließlich das Produkt der vielfachen Blockadehaltung durch den Gemeinderat. Meine Hochachtung gehört den vier Gemeinderatsmitgliedern, welche sich nicht an der Unterschriftenaktion beteiligten.

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