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Investitionen statt Kurzarbeit!

04.04.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl-Friedrich Grumann, Aichtal, Obermeister der Maler und Lackiererinnung Neckar-Fils. Für das Maßnahmenpaket von Bund und Ländern in der Corona-Krise sind wir dankbar. Kredite, Stundungen und Zuschüsse können bei kurzfristigen Liquiditätsproblemen und vorübergehendem Umsatzausfall den Betrieben tatsächlich helfen.

Im Maler- und Lackiererhandwerk – stellvertretend für den Bau- und Ausbaubereich – rechnet aber jedes zweite Unternehmen mit Umsatzausfällen in den nächsten sechs Wochen von über 50 Prozent. Der Liquiditätsbedarf liegt nur im Malerhandwerk bei 2,8 Milliarden Euro. Die Rezession wird nachhaltig sein und die Existenz der Betriebe stärker bedrohen als die Kontaktsperre.

Die Investitionsbereitschaft in Industrie, Handel, Gastronomie und Privatwirtschaft wird durch die Krise auf längere Zeit sinken. Jetzt sind die öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Sportstätten, Bundeswehr, die Verkehrsinfrastruktur und so weiter die letzte Stütze unserer Branche. Gleichzeitig besteht hier ein erheblicher Investitionsstau.

Wenn wir diesen Investitionsstau beherzt auflösen, schaffen wir eine Win-Win-Situation für das Handwerk und die gesamte Bevölkerung. Unsere Unternehmen benötigen keine Kredite und kein Kurzarbeitergeld. Wir benötigen Aufträge! So könnte der Staat auf manches Hilfspaket verzichten und würde als Gegenleistung eine sanierte Schule, eine generalüberholte Turnhalle – sprich eine Verbesserung der Infrastruktur unseres Landes bekommen. Kritische Infrastrukturen, auch die Krankenhäuser würden langfristig ertüchtigt. Wir würden als Gesellschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Daher mein Appell: Jetzt schnell für Arbeit sorgen! Machen wir bei allen verantwortlichen Stellen Druck auf die sofortige Ausweitung der öffentlichen Investitionen. Jetzt Beschleunigen und beauftragen von anstehenden Baumaßnahmen. Reduzieren von Genehmigungsverfahren wie zum Beispiel die Sondernutzungserlaubnis für Gerüstbau. Reduzieren von Bürokratie, die ehrliche Arbeit erschwert. Investieren statt in Kurzarbeiter- oder Insolvenzgeld lieber in nachhaltige Leistung und beauftragen jetzt Handwerksleistungen. Vermeiden von öffentliche Ausschreibungen, stattdessen beschränkte Ausschreibungen nutzen oder freie Vergaben, um regionale Handwerksbetriebe zu unterstützen Das investierte Geld ist nicht verloren, sondern fließt zweifach zurück: In Form von Steuern und in Form einer modernisierten Infrastruktur.

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