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Leserbriefe

Intoleranz fordert Toleranz

11.12.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sebastian Kurz, NT-Reudern. Zum Artikel „Minarett-Verbot entsetzt Kirchen und Muslime“ vom 1. Dezember. Der Volksentscheid in der Schweiz, der den Bau weiterer Minarette verbietet, ruft weltweit Kritik hervor. Nachdem völlig überraschend 57 Prozent der Schweizer für das Verbot stimmten, war ein weltweiter Aufschrei der Empörung die Folge. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan wertet den Volksentscheid als Zeichen „einer zunehmenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa“ und spricht gleichzeitig von einem „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Obwohl es in der Abstimmung ausschließlich um den Bau von Minaretten und nicht grundsätzlich von Moscheen geht, spricht Erdogan von einer Verletzung der Religionsfreiheit und ruft zum Boykott auf. Dabei wäre es durchaus denkbar, dass ein Plebiszit hierzulande ein ähnliches Ergebnis liefern würde, denn abseits der veröffentlichten Meinung hegen viele Deutsche Sympathie für die Entscheidung. Das Zentralinstitut Islam-Archiv zählt im gegenwärtigen Jahr über 320 Moscheen sowie etwa 2600 Gebetshäuser in Deutschland – in der Schweiz sind es im Übrigen derzeit etwa 200 Moscheen. Die Muslime werden also in keiner Weise in der Ausübung ihrer Religion eingeschränkt oder gar behindert. Dennoch hört man ständig die Rufe der Muslime nach mehr Toleranz, verwunderlich nur, dass nur an jenen Orten mehr Toleranz gefordert wird, an denen die Muslime eine Minderheit darstellen.

Diejenigen, die jetzt Toleranz einfordern, sollten die gleiche Toleranz in ihren Ländern gegenüber den Christen anwenden. Wer wie die Türkei in die EU eintreten möchte, der muss auch die Demokratie als solche anerkennen, und wer das mehrheitliche Volk nach einer demokratischen Entscheidung als Rassisten und Faschisten darstellt, gehört nicht in die EU, Herr Erdogan!

Leserbriefe

Das Geld in Kitas und Grundschulen stecken

Uli Kirchner, Nürtingen. Zum Artikel „Land belohnt Schulleitungen“ vom 19. November. Kann das sein? Oder ist das einfach nur falsch gemeldet? Die Hauptlast tragen doch nicht Schulleitungen, sondern die Lehrerinnen und Lehrer, die mit wechselnden Dienstplänen, Maskenschutz, Gesprächen mit Eltern…

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