Leserbriefe

Integration kann man nicht verordnen

21.04.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Kein Verständnis für diese Entscheidung“ vom 6. April. Niemand wird es für möglich halten, aber ich stimme Herrn Ackermanns Beitrag ausdrücklich zu. Was es hierzulande in der Flüchtlingspolitik an bürokratischen Auswüchsen zu bestaunen gibt, sprengt jeden Rahmen menschlicher Vernunft. Eine Anmerkung aus meiner persönlichen Sicht: Integration ist keine Frage staatlicher Verordnung. Auch die in dem Leserbrief angesprochene Familie musste selbst klarkommen. Und was die Kanzlerin mit „wir schaffen das“ meinte, war ja in Wirklichkeit „ihr schafft das“.

Aber über all dem thront die Bürokratie. Zudem kann niemand, auch nicht der allerbeste „Gutmensch“, jemanden integrieren, der keine Bereitschaft dazu hat. Diese muss von den „Zugereisten“ – ob Flüchtlinge oder sonstige Einwanderer – selber kommen. Erst dann ist die Unterstützung mancher „Gutmenschen“ hilfreich. Zum Beispiel beim Erlernen der nicht ganz einfachen deutschen Sprache. Eine Erleichterung für die Integration wäre sicher ein vernünftiges Einwanderungsgesetz. Allerdings wehrt sich eine Zwölf-Prozent-Partei, unterstützt von einigen Bayern und sogenannten Konservativen, vehement dagegen. Dabei käme das dem ganzen Land, und damit uns allen, zugute.

Und noch etwas zum Thema Kriminalität: Drogenhandel, Diebstahl und Gewaltverbrechen sind in unserem Land schon strafbar und werden entsprechend geahndet. Das ist auch keine Entscheidung der Regierung, sondern der Justiz. Die Regierung macht nur die entsprechenden Gesetze, und die gibt es bei uns schon. Wie das gehandhabt wird, ist eine andere Frage, die sicher diskutierbar ist. Und Abschiebung ist ein schönes Schlagwort. Aber wohin will man jemanden abschieben, von dem man nicht einmal weiß, woher er kommt? Auch deutsche Straftäter werden ja nicht abgeschoben. Wohin auch? Etwa nach Bayern? Jedenfalls, ob einer kriminell ist, liegt an jedem Einzelnen selber. Ob Flüchtling oder Eingeborener. Das ist keine Frage der Herkunft oder der Hautfarbe oder der Religion.

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