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In welcher Welt leben wir?

21.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Michael Regaard, NT-Raidwangen. Zum Artikel „Auf Randalierer bei Stuttgart 21 wartet Millionenklage“ vom 16. Juli. Ich hatte mich in meinem Berufsleben lange darauf gefreut, den Tag in Ruhe mit der Lektüre der Zeitung zu beginnen. Jetzt ist es so, dass nach dem Zeitungslesen meine Ruhe dahin ist, ich komme ins Grübeln. Beispiel 1: Demonstranten hatten den Bauzaun am Hauptbahnhof niedergetrampelt, Sand in Tanks von Baufahrzeugen gefüllt, Reifen zerstört und Dutzende Rohre für das Grundwassermanagement unbrauchbar gemacht. Laut Deutscher Bahn wird der Sachschaden auf 1,5 Millionen Euro beziffert, vielleicht auch mehr. Ich grüble: kann das stimmen oder fehlen mir Fakten? Beispiel 2: Montagsdemonstration in der Stuttgarter Innenstadt. Die Polizei sprach von rund 1500 Demonstranten, die Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl auf über 5000. Lügt einer der Beteiligten oder beide?

Kann die Zeitung nicht versuchen, den Sachverhalt neutral zu prüfen? Aber würde ich diesem Ergebnis trauen dürfen? Beispiel 3: Die Privathaushalte in Deutschland hatten Ende 2010 ein Geldvermögen in Form von Bargeld, Bankeinlagen oder Aktien im Rekordwert von 4,933 Billionen Euro. Ich komme ins Grübeln: Das sind pro Einwohner in Deutschland über 61 000 Euro. Die Staatsschulden in Deutschland liegen bei 24 000 Euro pro Einwohner. Wenn ich nun Griechenlands Staatsschulden (pro Einwohner in Deutschland circa 4000 Euro) mittrage (nur eine dumme Idee!), dann bleiben auf meinem Konto noch über 30 000 Euro.

Beispiel 4, Deutschland: Forscher sagen vier Prozent Wachstum voraus. Von chinesischen Verhältnissen ist Deutschland noch weit entfernt. Ich hatte vor Jahren ein Liedchen geschrieben: „Oh, wär doch mein Vorfahr vor 2000 Jahr so gescheit gwä wia i, dann wär alles klar. Dann hätt er im Jahr 0 anstatt zu verprassa, an Euro anglegt bei der Kreissparkasse. Zu drei Prozent so sagat die Weise, so a Wachstum braucht mer in unsere Kreise.“ (Nach Bob Dylan: A hard rain’s a-gonna fall) Heute hätte jeder Mensch auf der Erde ein Bargeldvermögen in Höhe von über 9 Billionen Euro – diese Zahl stimmt. Ich habe mir meine Gedanken von der Seele geschrieben und ich hoffe, den Kopf nun frei zu haben. Noch zum Schluss, ich habe die 68er miterlebt und gehöre zur Generation „Wir wussten alles besser und haben von nichts eine Ahnung“.

Leserbriefe

Es sind zu viele offene Baustellen

Hans Thaler, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Welche Themen interessieren im Aichtal?“ vom 12. September. Der Blick auf die letzten acht Jahre sowie in die Zukunft gibt Antworten. Kommunikation mit Bürgern – vor Ort bei Projekten, die Anwohner betreffen, oder in der Bürgerfragestunde, in der…

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