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Im Augenblick ist viel Flexibilität gefragt

02.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans-Joachim Baumann, Pfarrer, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Ein würdevoller Abschied ist kaum noch möglich“ vom 20. April. Mir drängt sich vielfach der Eindruck auf, als gehöre es heute zum guten Ton, zu jammern und zu klagen. Nun melden sich die Bestattungshäuser zu Wort. Ohne Zweifel: Sie sind in diesen Tagen stark gefordert. Der Aufwand an allgemeinen Vorsichts- und insbesondere der Hygienemaßnahmen mag größer geworden sein. Ob der Aufwand auf den Friedhöfen größer geworden ist, stelle ich aber klar in Frage.

Seit vielen Jahren arbeite ich mit verschiedenen Bestattungsunternehmen sehr gut zusammen. Ich nehme wahr, wie phantasiereich und individuell Trauerfeiern vorbereitet werden, wie Bestatter und Gärtner Hand in Hand arbeiten und auch städtische Mitarbeiter einbezogen sind. In diesen Tagen, in denen die Trauergesellschaften jedoch zahlenmäßig sehr klein ausfallen müssen, entfallen die Vorbereitungen in den Aussegnungshallen. Ist es da zu aufwendig, an den Gräbern für ein Rednerpult zu sorgen? Bei allen Trauerfeiern und Beerdigungen, die ich zu halten hatte, gab es keines. Eine Beschallungsanlage zu beschaffen, und das für circa zehn Personen? Waren die Trauerfamilien schwerhörig? Mit einfachen Mitteln konnten Musikstücke eingespielt werden. Stühle stellen? Angehörige haben selber Bänke herbeigeholt. Ich denke, wir müssen aufpassen, nicht in eine allgemeine Larmoyanz zu verfallen.

Es sind schwierigere Zeiten. Wir sind psychisch stärker herausgefordert. Umso wichtiger ist es, positive Akzente zu setzen und das Signal abzugeben, dass man als Dienstleister auch in extremen Situationen den Trauernden gerne beisteht. Im Augenblick ist viel Flexibilität gefragt, von allen gefragt. Wenn die Einstellung stimmt, wird auch auf Kleinigkeiten geachtet, wie beispielsweise auf das Öffnen der Aussegnungshallen, damit Pfarrerinnen und Pfarrer oder sonstige Redner sich umkleiden können. Und wenn weder Bestatter noch Friedhofsangestellte einen Schlüssel dabeihaben, wird eben improvisiert. Geht doch!

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