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Ich bin froh, in Deutschland zu leben

03.09.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eberhard Ellwanger, NT-Reudern. Ich bin nicht glücklich über alle Vorgaben, die staatliche Stellen in Sachen Corona erlassen. Aber ich bin froh, in Deutschland zu leben.

Denn es ist erlaubt, die eigene Meinung auf Demos kundzutun und dabei zu jammern, dass man die eigene Meinung nicht kundtun darf. Es ist erlaubt zu behaupten, wir würden in einer Diktatur leben und gleichzeitig eine neue demokratische Partei zu gründen. Wir dürfen unsere Presse als gleichgeschaltet einstufen und uns selbst im Internet durch Informationen sogenannter alternativer Medien gleichschalten lassen. Es ist erlaubt, über das Tragen von Masken zu jammern und im Gegenzug vom Chirurgen, der mich am Herzen operiert, genau das einzufordern. Es ist erlaubt, dass sich ein Avokadolf zum Corona-Experten aufschwingt und ich darf ihm mehr glauben als anerkannten Virenexperten.

Ich darf auf einer Demo lauthals „Wir sind das Volk“ rufen und dabei ignorieren, dass das Volk auch andere Meinungen hat. Ich darf die Existenz des deutschen Rechtsstaates anzweifeln und trotzdem vor deutschen Gerichten mein Recht einklagen und wenn ich verliere darf ich wiederum das Urteil als gesteuert einstufen.

Schwedens Weg in der Corona-Krise darf man als den richtigen einstufen und dabei ignorieren, dass auch in Schweden viele Tote und eine Rezession zu beklagen sind. Ich darf Seite an Seite mit Nazis demonstrieren und anschließend heulen, dass man mich missversteht. Ich darf die Abstands- und Maskenpflicht ignorieren und im Falle eines Polizeieinsatzes über einen Polizeistaat schwadronieren. Alternativ kann ich mich über die Bezahlung eines Bußgeldes beschweren und irgendwas von Abzocke faseln.

Es ist nicht alles gut in Deutschland, aber ich lebe in einem Rechtsstaat, in dem auch diejenigen Rechte und Pflichten (!) haben, die ich nicht verstehe. Doch etwas liegt im Argen: es ist nicht weit her mit der Solidarität gegenüber chronisch Kranken, Obdachlosen, Einsamen oder Menschen mit Handicap. Da soll dann doch lieber der Staat helfen, gell?!

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