Leserbriefe

Hoffnung für unseren Planeten

21.03.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Schüler haben Angst um die Zukunft“ vom 16. März. Der ausführliche Artikel endet mit der Feststellung – Zitat: „Solange die Politiker ihnen nicht zuhören, sie ernst nehmen und etwas tun, um ihre Zukunft zu retten, gehen sie auf die Straße.“ Am Freitag war diese Forderung besonders beeindruckend mit dem ersten „Globalen Klimastreik“. In Stuttgart waren es 4000 Schüler, Lehrer, Eltern als „Parents for Future“ und viele mehr vor dem Rathaus und anschließend auf dem Schlossplatz. In Hamburg kamen 8000, in ganz Deutschland 300 000 an mehr als 200 Orten und weltweit waren es Millionen in 120 Ländern.

Die Begeisterung und das Engagement für „ihren Planeten“ war überwältigend und die Reden zeugten von dem festen Willen, die Politiker zu zwingen, endlich zu handeln. Wie jeder andere Streik finden natürlich diese Klima-Streiks in der Arbeitszeit – also Schulzeit – statt, damit Wirkung erzielt wird und die anderen Menschen ebenfalls merken, dass manche Politiker unser aller Zukunft verspielen, um wahnsinnige Profite im neoliberalen Kapitalismus zu sichern. Zu der häufig geäußerten Kritik am Friday-Streik passt die Meldung auf der Titelseite „Unterrichtsausfall – Elternvertreter drohen mit Klage“: Mehr als acht Prozent der Schulstunden fallen aus, weil auch hier die Politik versagt – ein Grund mehr für den Aufstand. Ein weiterer Skandal ist der Unterrichtsausfall durch die Bundeswehr, die an Schulen Zeit und Raum bekommt für „Unterricht“ – mit Genehmigung der Landesregierung.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft schreibt dazu unter anderem – Auszug: „Die GEW wendet sich entschieden gegen den zunehmenden Einfluss der Bundeswehr auf die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts und der Lehreraus- und -fortbildung, wie sie in den Kooperationsabkommen zwischen Kultusministerien und Bundeswehr deutlich werden.“ Die „Fridays for Future“ haben recht, wenn sie deutlich machen, dass im „System“ der Wurm steckt und sie sich deshalb auch nicht von Parteien vereinnahmen lassen, sondern unabhängig und gemeinsam auf der Straße bleiben, bis das „System“ endlich begreift, dass die Jugend eine Zukunft braucht. Dann gehen sie natürlich auch freitags wieder in die Schule – aber alles in der richtigen Reihenfolge: Planet first – Schule second – Bundeswehr raus.

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