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Hilflos im Dunkeln

24.12.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Patrizia Ganser, Lauchheim. Es war zirka 6 Uhr morgens, dunkel, kalt, windig und regnerisch. Wir kamen aus Richtung Metzingen und wollten nach Nürtingen. Zwischen Grafenberg und Großbettlingen sahen wir von Weitem einen Pkw mit Warnblinklicht. Wir näherten uns dieser Stelle langsam, da wir, wenn auch sehr schlecht zu erkennen, sahen, dass sich hinter dem Fahrzeug mit Warnblinkanlage ein weiteres Fahrzeug befand.

Wir hielten an und fragten nach, ob wir helfen können. Vor uns stand eine 21-jährige Frau, der andere Pkw-Fahrer entfernte sich, als er sah, dass wir zu Hilfe kamen. Auf Nachfrage bei der jungen Frau erfuhren wir, dass das Auto nicht mehr zu bewegen sei. Die Warnblinkanlage funktioniert nicht, kein Warndreieck, keine Warnweste im Auto. Wir sicherten die Stelle in einer Richtung ab, zogen unsere Warnwesten an und bewegten uns auf die gegenüberliegenden Fahrseite, um die Fahrzeuge zu warnen.

Um 6.20 Uhr riefen wir vergebens den ADAC an. Endlich um 6.30 Uhr erreichten wir jemanden beim ADAC, sie versprachen sofortige Hilfe. Um 7 Uhr (40 Minuten später) weit und breit kein ADAC-Pannenfahrzeug in Sicht. Wir standen in der Kälte, im Dunkeln, bei Schneeregen, wollten die junge Frau nicht alleine auf der Überlandstraße ihrem Schicksal überlassen. Zwischen 6.20 Uhr und 7.30 Uhr zählten wir zirka 40 sorglose Kraftfahrzeuge, die an uns mit überhöhter Geschwindigkeit vorbeirasten, sodass wir uns nur noch in den Grünstreifen retten konnten. Von diesen 40 Fahrzeugen hielten exakt fünf Fahrzeuge an und fragen nach, ob sie uns helfen könnten. Darunter zwei Frauen! Respekt der Frauenwelt! (Ein Armutszeugnis für alle anderen.) Die junge Frau war total hilflos und verzweifelt und begann immer wieder zu weinen.

Nach etwa 100 Minuten Wartezeit, Frostbeulen an Händen und Füßen, riefen wir ein drittes Mal beim ADAC an. Ich wurde etwas energischer und verlieh der ganzen Angelegenheit Nachdruck. Endlich, nach fast zwei Stunden, kam das Pannenfahrzeug und verlud den defekten Pkw. Wir nahmen die junge Frau mit nach Großbettlingen. Drei Stunden später und komplett durchgefroren waren wir zu Hause.

Leserbriefe

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