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Leserbriefe

Herr Schröder und die Demonstranten

22.08.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eva Böttigheimer, Neuffen. Zum Artikel „Stuttgart ist protestmuskulär gut vorgewärmt“ vom 12. August und „Berthold bereut nichts“ vom 15. August. Die zwei Gesichter des Journalismus. Am letzten Samstag sprachen Thomas Berthold, ehemaliger VfB-Profi und Nationalspieler, sowie der Kabarettist Florian Schröder auf der Demo von „Querdenken – 711“ in Stuttgart. Während Herr Haar eine sachliche Darstellung über den Auftritt von Thomas Berthold und dessen Beweggründe für die Teilnahme an der Veranstaltung ablieferte, strotzte Herrn Bogens Interview mit Florian Schröder nur so von Vorurteilen. Er sprach von einem „protestmuskulär gut vorgewärmten“ Publikum, bedingt durch Stuttgart 21.

Wer bei 35 Grad den Anmarsch durch den unteren Schlossgarten auf sich nimmt, tut dies aus Überzeugung und nicht aus Lust am Demonstrieren. Haars Frage, ob Schröders Einstieg mit der Dialektik Hegels „nicht zu hoch für das querdenkende Publikum gewesen sei“, ist diffamierend ebenso wie die Frage, ob er keine Angst gehabt hätte, dass man ihm den Ton abstellt oder sogar aufs Maul haut.

Man beachte die Wortwahl! Schröders Antwort zeigt, dass er um die Toleranz der Veranstalter weiß und stellt die Unwissenheit des Journalisten bloß: „Nein, ich hatte in keinem Moment das Gefühl, dass die Menschen dort zur Gewalt neigen. Dass man mir den Ton abstellt, wäre im Bereich des Denkbaren gewesen, hätte aber auch nicht zu den Veranstaltern gepasst.“ Die Fragen Schröders wie zum Beispiel „Wollt ihr die totale Meinungsfreiheit?“ erinnerten an längst vergangene Zeiten und befremdeten. Dass er am Schluss ausgepfiffen wurde, hat ihn sicher nicht erstaunt, denn wer auf einer Demo, welche fordert, die Grundrechte wieder herzustellen, erklärt, dass alle Regierungsmaßnahmen richtig sind, kann keinen Beifall erwarten. Die Meinung der Protestierenden stützt sich auf ebenso renommierte Wissenschaftler wie der Mainstream! Ich wüsste nicht, wo Herr Schröder die Querdenker „bloßgestellt hat“, wie Herr Bogen seine Überschrift untertitelt. Herr Schröder hat sich auf jeden Fall seinen Arbeitsplatz bei den öffentlich-rechtlichen Medien gesichert. Glückwunsch!

Leserbriefe

Das Geld in Kitas und Grundschulen stecken

Uli Kirchner, Nürtingen. Zum Artikel „Land belohnt Schulleitungen“ vom 19. November. Kann das sein? Oder ist das einfach nur falsch gemeldet? Die Hauptlast tragen doch nicht Schulleitungen, sondern die Lehrerinnen und Lehrer, die mit wechselnden Dienstplänen, Maskenschutz, Gesprächen mit Eltern…

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