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Halte an Prognose zu Stuttgart 21 fest

14.12.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Leitartikel „Alles Bahnhof, oder was?“ vom 12. Dezember. Als die Schlichtungsgespräche zum S-21-Projekt geführt wurden, war ich wenige Monate im Rentnerstand und habe es genossen, alle Verhandlungen von Anfang bis Ende am Bildschirm zu verfolgen. Danach war mir klar, dass dieses „bestgeplante Großprojekt“ an sich selber zu Grunde gehen muss. Weder finanziell noch planerisch, weder technisch noch städtebaulich stand es auf stabilen Füßen oder auf festem Grund. Danach wurde deutlich, dass die Misere der Planung weit in die 90er-Jahre zurückreicht. Und mittlerweile zeigt sich, dass die Bahn zwar Herr des Verfahrens bleiben will, aber nicht mehr Herr der Entwicklungen ist. Seit Wochen machen verschwurbelte Sätze zum Kostendeckel die Runde, der mit Karacho gegen die Decke knallt und erhebliche Kollateralschäden verursacht, überall, wo er trifft. Und am Ende wird die Bahn hinschmeißen und vorher die Schuldigen anprangern. Motto: Wir hätten ja wollen, aber nicht können dürfen, weil Unbelehrbare uns behindert haben.

In meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine solch gigantische Lügenvorstellung erlebt wie dieses Theater um eine Furzidee der Immobilienwirtschaft. Auf vergleichbarer Höhe zur unsinkbaren Titanic, die bereits bei der ersten Ausfahrt abgesoffen ist. War Technikvorstand Kefer vor zwei Jahren noch ein Ausbund an grinsender Überlegenheit, wird nunmehr spekuliert, ob er abtreten wird oder muss. Und Chefkommentator Molitor fordert heute den Ministerpräsidenten auf, gemeinsam mit der Bahn seine Pflichten wahrzunehmen. Geht’s denn noch? Der Kretschmann hat das Teil nie gewollt, aber sich demokratischen Regeln und dem Schwurbelsatz seines Vize gebeugt: „Stimmen Sie der Gesetzesvorlage ,Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S 21-Kündigungsrecht)‘ zu?“ So lautete die Frage zur Volksabstimmung im November 2011, die kein Mensch verstanden hat. Vor dem Urnengang musste sie übersetzt werden, damit man weiß, was Ja und was Nein letztlich bedeuten. Und danach hat man das Ergebnis als Zustimmung zu S 21 verkauft.

Wetten will mit mir noch niemand. Ich halte aber an meiner Prognose fest: S 21 wird an sich selber zugrunde gehen. Sobald der Bahn die Luft ausgeht und die Schuldigen identifiziert sind. Und dann machen Grube, Kefer und Ramsauer halt was anderes kaputt als den Stuttgarter Bahnhof.

Leserbriefe

Kuckuckseier vom Nürtinger Osterhasen

Egon Eigenthaler, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Galgenbergpark: Kompromiss gefunden“ und zum Kommentar „Rücksicht nehmen“ vom 8. April. Wie, von CDU Stadtrat Kunzmann zur Wahl eröffnet, darf man in Nürtingen jetzt wieder „Klartext“ sprechen. Kein „Schönreden“, kein Vernebeln, und auch kein…

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