Leserbriefe

Haben alle Politiker Physik geschwänzt?

27.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Die Revolution im Mobilfunk“ vom 25. Februar. Es soll möglichst schnell, ab 2020, der neue Mobilfunkstandard 5G eingeführt werden. An jeder Milchkanne soll 5G vorhanden sein, so Frau Manuela Schwesig. Schön, leider werden ein paar dazu erforderliche Dinge ignoriert. Man benötigt eine Vielzahl von Sendemasten, die mit dem noch nicht ausreichend vorhandenen Glasfasernetz verbunden werden müssen. „Der bestrahlte Bürger“ wird so begeistert sein wie bei der Trassenführung für die Süd-Link. Eine Gigawatt-Stromleitung soll 800 Kilometer unter der Erde verlegt werden. 50 000 Grundstücksbesitzer bekommen eine Fußbodenheizung. Wird der Spargelanbau der zukünftige Exportschlager der BRD?

Atom- und Kohleausstieg, alles kein Problem. Man weiß schon, wann es stattfindet, was es kostet, aber nicht wofür und wie man es macht. Die renommierte RWTH in Aachen hat jetzt zum Glück ausgerechnet, dass man den Ausstieg durch die jetzt bereits schon vorhandenen, aber aus Kostengründen noch herumstehenden Gaskraftwerke ersetzen könnte. Das ist ja schon mal was, wenn da nicht das dazu notwendige Noch-mehr-Gas aus Russland wäre, oder das Fracking-Gas von Donald Trump, um das wir wohl weltpolitisch nicht herumkommen werden. Entladeterminals an der Nordsee sind ja auf Minister Altmaiers Karten zumindest schon mal eingezeichnet. Die neue Gasmotoren-Aida soll ja eines schönen Tages auch mal in Deutschland betankt werden können.

Es gibt noch gute Nachrichten: Bezahlen soll das aber diesmal alles der Steuerzahler, nicht der Stromkunde, so die gute Idee von Herrn Altmaier. Die Lkws sollen bis 2030 30 Prozent weniger CO2 ausstoßen. Die Idee ist, dafür an den Raststätten Stromtankstellen für Hybrid-Lkws zu bauen. Die Lösung der Politik: Strom, den wir nicht mehr haben, kann man ja auch im Ausland kaufen. Die EU ist gerade dabei, auch die allerneuesten Diesel 6dtemp unter Beobachtung zu nehmen und weiter einzuschränken. Und so weiter. Sind denn alle verrückt geworden?

Man kommt nicht umhin zu registrieren, dass da in letzter Zeit im Takt eine Baustelle nach der anderen aufgemacht wird, ohne sich um die Konsequenzen zu kümmern. Man könnte auch auf den Gedanken kommen, dass so mancher Politiker das Schulfach „Physik“ frühzeitig abgewählt hat.

Die Freitagvormittag-Demonstranten könnten gegen Klimawandel und für mehr Physik in der Politik demonstrieren, obwohl sie diesen Unterricht ja leider ausfallen lassen. Nur mit Schlagworten kann man technische Probleme nicht lösen.

Leserbriefe

Der Abstand zu den Windkraftanlagen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Standorte in der Region vom Winde verweht“ vom 14. Juni. Wenn man den BW-Windatlas 2019 einmal anschaut, stellt man fest, dass darin für die betrachteten Windhöffigkeiten die maximale Nabenhöhe der Windkraftanlagen von 160 Meter auf 200 Meter angehoben…

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