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Gute Nachbarschaft sieht anders aus

08.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ralf Brenner, Großbettlingen. Die Bürgerinitiative BISS in Großbettlingen klärte letzte Woche über die Biogasanlage auf. Wenn nur die Hälfte zutrifft, was die BISS zur geplanten Anlage im Großbettlinger Gatter recherchiert hat, dann ist deren Realisierung unverantwortlich. Das ist dann eine stinkende Dreckschleuder. Im Nürtinger Rathaus hat man jetzt dem Antrag zu einem Zielabweichungsverfahren zugestimmt – ohne Gegenstimmen. Beim Info-Abend von BISS waren auch zwei Nürtinger Stadträte. Die sagten, dass dem Antrag auf Druck der Verwaltung zugestimmt wurde und die Räte wenig Ahnung von der Anlage haben. Die Stadt Nürtingen hat es wohl sehr eilig! Bislang hatte die Stadt Nürtingen nicht mal Zeit, die Gemeinde Großbettlingen genauer zu informieren. Muss sie wohl auch nicht. Die Anlage soll ja auf Nürtinger Gemarkung gebaut werden. Aber eine gute Nachbarschaft sieht anders aus.

Uns Großbettlingern soll das Ding ganz frech direkt vor die Nase gesetzt werden. Ich hoffe, dass die Großbettlinger Verwaltung dies so nicht hinnimmt. Und kein Nürtinger sollte sich die Hände reiben und auf seine Verwaltung beziehungsweise seine Räte stolz sein. Wenn die Anlage dermaßen stinkt, werden sich wegen der vorherrschenden Winde auch die Nürtinger ärgern. Und dann täglich zirka 100 Fahrbewegungen durch Lkw mit stinkigem Zeug, das angekarrt wird oder weggefahren wird. Angeblich sollen Fahrten ja ohnehin schon stattfinden, weil in Metzingen bereits ein Lager für den Input solcher Anlagen besteht.

Aber vielleicht wird es ja noch mehr, weil das Abwasser, welches durch den Betrieb der Anlage entsteht, mit Lkws abtransportiert wird? Die Entsorgung dieser Brühe ist wohl noch nicht geklärt. Aber es gibt eine Lösung, trockene Reste, welche nach dem Vergärungsprozess bleiben, zu entsorgen. Die können auf landwirtschaftliche Flächen verteilt werden. Aber nur drei Jahre lang. Das Zeug enthält so viel Schwermetalle, dass dann das Vieh dort ganze zehn Jahre nicht mehr weiden darf.

Vielen Dank an die Nürtinger Verwaltung und die Nürtinger Räte, dass sie uns Bettlingern so was vor die Nase setzen wollen. Und das in einem Wald, in dem eigentlich nichts gebaut werden soll. Hauptsache der Rubel rollt! Ich hoffe, dass öffentlich diskutiert wird und mehr Infos als bisher gestreut werden. Was die Nürtinger Verwaltung mit uns als Nachbargemeinde treibt, ist nicht gerade schön. Ist das Nürtinger Politikkultur, mit der man leben muss?

Leserbriefe

Kuckuckseier vom Nürtinger Osterhasen

Egon Eigenthaler, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Galgenbergpark: Kompromiss gefunden“ und zum Kommentar „Rücksicht nehmen“ vom 8. April. Wie, von CDU Stadtrat Kunzmann zur Wahl eröffnet, darf man in Nürtingen jetzt wieder „Klartext“ sprechen. Kein „Schönreden“, kein Vernebeln, und auch kein…

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