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Grüne Verkehrspolitik und die Bahn

17.03.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dietmar Schaich, Frickenhausen-Linsenhofen. Wenn ich die letzten Verlautbarungen unseres Verkehrsministeriums einschließlich der eingesetzten Verkehrsbetriebe lese, dann möchte man als langjähriger Pendler, gelinde gesagt, schmunzeln. Vor circa fünf Jahren hat man uns „das Heilige vom Himmel” versprochen, wenn die neue Gesellschaft „Abellio” mit neuen Zügen „inklusive Vespertischen und WLAN” die alten DB-Züge/-Wagen ablösen würden. Der damalige Vorsitzende des Arbeitskreises Verkehr und Infrastruktur und heutige Grünen-Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz hatte im Zeitungsartikel vom 14. Januar 2016 darauf hingewiesen, dass durch die neuen Verträge deutliche Verbesserungen für die Fahrgäste zwischen Tübingen und Stuttgart zu erwarten sind. Komisch, letzte Woche fuhr ich in einem unbeheizten Zug, bei knapp über null Grad Celsius. Dann passiert es, dass der Zug wegen Systemausfall auf der Strecke stehen bleibt oder ich vor einer defekten Tür stehe, in der verspäteten Regionalbahn nach Tübingen. Was zur Folge hat, dass ich mal wieder den Anschluss auf meine Tälesbahn verpasst habe. Wenn ich dann noch die sonstigen Verspätungen berücksichtige, bin ich mir nicht sicher, ob eine Pünktlichkeit von 80 Prozent überhaupt noch erreicht wird, also bleiben wir mindestens einmal in der Woche stehen (eine halbe Stunde am Bahnsteig Nürtingen). „Coronaabstand” bei zu kurzen Zügen ist nicht möglich – zu viert auf circa zwei Quadratmeter – und da fordert unsere Regierung 40 Quadratmeter pro Person beim Einkauf. Kann uns dies jemand erklären?

Es fehle sowohl an Zügen wie auch an Personal. Nicht auszudenken, wenn wir auf dieser Strecke Tübingen–Stuttgart– Heilbronn/Osterburken mit Vollauslastung (wie vor Corona) fahren müssten. Bequemer/leiser als die bisherigen Doppelstöcker – nein! Ob diese vielleicht nicht mehr in den neuen Tiefbahnhof passen oder einfach nur zu teuer sind? Nun, es soll ja erneut alles besser werden, die Züge beziehungsweise Gleise werden digitalisiert. Warten wir es einfach mal ab. Ob es jedoch jemals wieder so wird wie bei der Deutschen Bundesbahn mit dem Slogan „. . . wir kennen kein Wetter . . .“ darf bezweifelt werden.

Ich fahre bereits circa 30 Jahre mit der Bahn und musste feststellen, dass es seit der Umstellung von der Bundesbahn auf die Deutsche Bahn AG mit der Qualität kontinuierlich abwärts ging. Einen Schwerpunkt der grünen Verkehrspolitik sollte ja eigentlich auch der Ausbau des Radwegenetzes darstellen, aber leider konnte ich auch hier keine Verbesserungen feststellen. Aber hier war unser Verkehrsminister wenigstens ehrlich, als er kürzlich zugegeben hat, seine Ziele hier nicht erreicht zu haben.

Leserbriefe

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