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Golf und Taktik

29.09.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Jakob, Neckartenzlingen. Zum Artikel Der Natur den Vortritt lassen vom 24. September. Wer bei vollem Bewusstsein eine Erweiterung des Golfplatzes Hammetweil in den Rainerwald hinein plant und dafür 19 Hektar Wald in Anspruch nehmen will, der weiß, was auf ihn zukommt, und er wird ein Konzept haben, eine Strategie, um die vielen gesetzlichen Hürden und den Widerstand in der Öffentlichkeit auszuhebeln.

In einem Land, wo es vorkommen soll, dass der Gesetzgeber bewusst einen möglichen Verstoß gegen die Verfassung in Kauf nimmt in der Erwartung, dass der Gesetzeszweck längst erreicht ist, bis nach Jahren das Bundesverfassungsgericht oder ein anderes Oberstes Bundesgericht das Gesetz kassiert, sollte auch dies nicht allzu schwer sein.

Wie so etwas laufen könnte, zeigt uns ein anderer Golfclub in der Region, der Golfclub Bodelshofen. Das Gelände liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, wo eigentlich nur bauen darf, wer legitimiert ist, Landwirte zum Beispiel. Es ist bekannt, dass der damalige Landrat Dr. Braun ein Befürworter des Projektes war. Um die Sache durchzuboxen und ihr einen Anschein von Rechtmäßigkeit zu verleihen, erstellte man eine Ökobilanz.

In Ermangelung eigener gesetzlicher Grundlagen bediente man sich hessischer Richtlinien, und siehe da, es stellte sich heraus, dass der Bau des Golfplatzes samt Clubhaus im Landschaftsschutzgebiet eine Verbesserung des ökologischen Zustandes darstellte, auf dem Papier, wohlgemerkt. Was kümmert es den Golfclub Bodelshofen, dass Jahre später das Bundesverwaltungsgericht die Richtlinien, denen er sein Clubhaus verdankt, für ungültig erklärte?

So ähnlich könnte es auch beim Golfclub Hammetweil laufen. Einen Lichtblick gibt es allerdings: Inzwischen haben auch in Baden-Württemberg anerkannte Naturschutzverbände ein Verbandsklagerecht in Angelegenheiten des Naturschutzes.

Leserbriefe

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