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Leserbriefe

Geballer am frühen Sonntagmorgen

17.11.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Morr, NT-Zizishausen. Sonntag? Tag der Ruhe, der Erholung! Nein, nicht immer und immer öfter nicht mehr! Am Sonntagmorgen, 15. November, wurde ich und andere Bürger in Nürtingen-Zizishausen zwischen 6 Uhr und 7 Uhr aus dem Schlaf geschreckt. Eine Gruppe schießwütiger Bürger (ehrenvoller auch Jäger genannt) machte sich offenbar mit amtlicher Erlaubnis daran, bei einer Entenjagd entlang des Neckars dieser Spezies rücksichtslos den Garaus zu machen. Dass sie sich dabei hemmungslos an der Schöpfung Gottes vergreifen, noch dazu am Sonntag, welcher nach christlichem Glauben von unserem Schöpfer uns Menschen und den Tieren als Tag der Ruhe und der Erholung zugedacht ist, scheint sie wenig zu stören. Wahrscheinlicher aber wissen sie es gar nicht.

Es stört sie offenbar auch nicht, dass sie möglicherweise Tausende Menschen mit ihrem „Geballer“ in der Frühe aus dem Schlaf reißen. Hauptsache sie, die Jäger, können ihrer Lust, dem Jagen, dem Töten nacheifern. Kirchenglocken dürfen heutzutage nicht mehr geläutet werden, weil der Lärm unsere Gesellschaft stört, aber ansonsten ist fast jeder menschliche Krach erlaubt.

Minderheiten nehmen sich immer wieder Rechte heraus, unter denen Mehrheiten zu leiden haben! Manche mögen jetzt argumentieren, dass Jäger doch nur für das Gleichgewicht in der Natur sorgen und damit eine nützliche, edle Tätigkeit verrichten. Doch so viel Edelmut scheint mir zweifelhaft. Schließlich hat das ökologische Gleichgewicht im Lebensraum der Tiere auch der Mensch zerstört. Weshalb es in höchstem Maße inkonsequent und ungerecht ist, dieses von Menschen verursachte Ungleichgewicht auf dem Rücken der Tiere bereinigen zu wollen.

Probleme wurden noch nie durch Erschießen gelöst. Im Computerzeitalter und nachdem wir auf dem Mond waren, sollten sich intelligentere Lösungen finden lassen, als Tiere zu jagen, zu töten und daran Lust zu empfinden. Höhere Motive kann ich jedenfalls den Jägern bei ihrer Tätigkeit nicht zugestehen. Gerne würde ich auch einmal diesen Jägern am frühen Sonntagmorgen laut die Kirchenglocken läuten, um sie zu einem Gottesdienst einzuladen, damit sie, anstatt laut zu töten, abwechslungsweise leise dem Wort Gottes lauschen und dabei ins Nach- oder sogar ins Umdenken kommen. Sie würden dabei sich selbst und den zur Morgenzeit noch ruhesuchenden Mitbürgern dienen.

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