Leserbriefe

Gambia ist kein sicheres Herkunftsland

11.12.2018 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sem Schade, Wendlingen. Zum Leserbrief „Einwanderer aus Afrika und Migrationspaket“ vom 6. Dezember. Herr Hummel hat das Gefühl, angelogen zu werden und ich würde hierfür gerne ein paar Anstöße setzen, da ich mich intensiv mit der politischen Lage in Gambia auseinandergesetzt habe.

Gambia ist kein sicheres Herkunftsland. Anders als Herr Hummel schreibt, stehen mehrere Warnungen vom Auswärtigen Amt zu Gambia auf der Homepage. Beim Lesen von „Anschläge können nicht ausgeschlossen werden“, „Gewalttätige Überfälle, bei denen kein Widerstand geleistet werden soll“ und „Verhaftungen fern des europäischen Standards“ vergeht so mancher Urlaubswunsch. Dass man in manchen Teilen des Landes, teils mit bewaffneter Begleitung oder in bewachten Hotelanlagen Urlaub machen kann, heißt nicht, dass für die Bevölkerung sicher ist, in diesem Land zu leben.

Gambia wurde 1995 von den sicheren Herkunftsländern gestrichen, da die langjährige Diktatur einen langfristigen Ausnahmezustand ausgerufen hatte. Auch unter dem neuen Präsidenten werden politisch Andersdenkende und LGBTI-Menschen geächtet, verfolgt, verhaftet, gefoltert und hingerichtet. Genitalverstümmelungen bei Frauen sind weit verbreitet, auf „homosexuelle Handlungen“ steht eine Strafe von 14 Jahren Haft.

Bei den Maghreb-Staaten berichten ebenfalls viele Menschenrechtsorganisationen von der Verfolgung, Haft und Folter von Journalisten, Minderheiten und Homosexuellen. Auch bezweifle ich die beschriebene Faulheit bei freien Möglichkeiten, da die Arbeitslosigkeit bei circa 30 Prozent unglaublich hoch liegt.

Die Wut des Autors gegen die Grünen kann ich nicht ganz nachvollziehen, sind sie es doch, die beim Klimawandel am allermeisten zum Wohle und Fortbestand Deutschlands beitragen. Manchmal ist es nicht schlecht, sich in die Lage anderer zu versetzen.

Die Eltern eines guten Freundes, der sich toll integriert, wurden hingerichtet, da sie gegen die Diktatur protestiert hatten. Sein Asylantrag wird vermutlich, wie 95,6 Prozent der Anträge aus Gambia, abgelehnt, da er keine Verfolgung beweisen kann. Und das obwohl er bestens deutsch spricht, sich integriert und einbringt, arbeitet und sogar eine Ausbildungsstelle bekommen würde. Nun überlasse ich den Lesern, ob die Panikmache vor der politischen Lage in Gambia betrieben wird, oder vor den Geflüchteten in unserem Land.

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