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Für den Ochsen ist es noch nicht zu spät

18.07.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Kretzschmar, Beuren, Vorstandsmitglied im Verein historisches Beuren. Obwohl der Abbruch des Gasthauses „Ochsen“ in Frickenhausen beschlossene Sache zu sein scheint, ist es für eine Umkehr nie zu spät. Auch die Kelter von Linsenhofen dürfte nach einem früheren Votum nicht mehr stehen. Doch der „Bürgerverein Kelter“ hat das scheinbar Unmögliche möglich gemacht. Nach der Fertigstellung ist dies ein herausragendes Beispiel für Bürgerengagement. Nun ist der „Ochsen“ natürlich etwas anders gelagert, denn er soll einer Neubebauung für ein Altersheim oder eine, wie man heute auch gern sagt, Senioren-Residenz weichen. Doch man sollte nicht vergessen, der Ochsen ist eins der ganz wenigen Gebäude in Frickenhausen, die ortsbildprägend sind. Und Frickenhausen ist damit leider nicht besonders gesegnet.

Viele Gebäude gingen in den letzten Jahren unwiederbringlich verloren. Und damit sank unweigerlich die Attraktivität in der Ortsmitte. Nun könnte man sagen, was soll’s. Aber solche Gebäude unterstreichen die Identität einer Gemeinde. Sie sind es, die einem Straßenzug ein Gesicht geben. Sie sind es, die urbanes Leben ausmachen. Sie sind es, die Historie dokumentieren. Sie sind es, die Heimat ausmachen! Leider verlieren unsere Dörfer in den letzten Jahren immer mehr an eigener Identität. Heimat (auch wenn sie gerne im Wahlkampf bemüht wird) geht immer mehr verloren. Sie wird Opfer von Immobilieninvestoren, die anspruchslose 08/15-Gebäude errichten und dem „Goldenen Kalb Mammon“ Treue geschworen haben.

Warum kann man dieses markante Eckgebäude eigentlich nicht in den geplanten Neubau integrieren? Jahrzehntelang war es als Gastwirtschaft tauglich. Und jetzt wird es als unmöglich für eine neue Nutzung dargestellt. Jedes Altersheim braucht zum Beispiel Büros und Sozialräume für die Mitarbeiter. Oder warum nicht als Empfangsgebäude für Besucher mit Café nutzen? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Eine Integration dieses Gebäudes in das entstehende Altersheim könnte zudem auch ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Verbindung zwischen „Alt und Neu“ darstellen. Es könnte eine Vorbildfunktion für ähnlich gelagerte Fälle sein. Mit kreativem Mut und planerischer Fantasie lässt sich eine Entscheidung „Pro Ochsen“ herbeiführen. Noch ist es nicht zu spät!

Leserbriefe

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