Leserbriefe

Frau Grau wird nachhaltig beschädigt

17.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut  Nauendorf,  Nürtingen. Das Wahlrecht ist ein hohes demokratisches Gut. Damit sollte sorgfältig umgegangen werden. Wir können frei und geheim wählen, wir können auch öffentlich machen, wen wir wählen. Und Fairness gehört zu den demokratischen Tugenden in jedem Wahlkampf, auch wenn es hier immer wieder Regelverletzungen gibt. Nicht jedes Spiel im Oberbürgermeister-Wahlkampf entspricht den Regeln demokratischer Fairness. Mich hat schon erstaunt, dass vor dem ersten Wahlgang die Devise ausgegeben wurde, wir wählen Frau Grau. Sie stand aber nicht zur Wahl. Und sie hat dies auch jedem klargemacht, der mit ihr gesprochen hat. Sie hat auch gesagt, unter welcher Bedingung sie antreten würde: Wenn der Oberbürgermeister im zweiten Wahlgang nicht mehr kandidieren sollte. Dieser Fall ist nicht eingetreten. Und Frau Grau hat klipp und klar erklärt, dass sie nicht zur Verfügung steht.

Die Auffassung der Bürgermeisterin wird nun abermals ignoriert! Sie wurde und wird als Figur auf dem Spielfeld der Oberbürgermeister-Wahl benutzt. Welches Menschenbild haben denn ihre „Unterstützer“? Die Botschaft lautet schlicht: Deine Meinung interessiert uns nicht, wir wählen dich zur Oberbürgermeisterin. Eine Voraussetzung für jede Wahl ist aber die Einverständniserklärung des Kandidaten oder der Kandidatin vor der Wahl. Das interessiert weder Herrn Kuby noch Herrn Buck. Bei Letzterem ist es besonders erstaunlich: Hat man ihm doch vor dem ersten Wahlgang aus seinem „eigenen Lager“ die Internetkampagne für Frau Grau entgegengesetzt. Hat Herr Buck das schon vergessen? Hier ging es zunächst darum, eine Mehrheit für Heirich zu verhindern. Die Bürgermeisterin war auch hier Figur auf dem Spielfeld, natürlich sollte sie positioniert werden: Ich kenne Frau Grau von meiner Arbeit als Kreisrat, ich war Mitglied im Kultur- und Schulausschuss: Hier habe ich ihre Arbeit kennen und schätzen gelernt. Deshalb war ich einer ihrer ersten Unterstützer im Gemeinderat. Und ich schätze ihre Arbeit als Bürgermeisterin außerordentlich.

Ich wende mich entschieden dagegen, dass Frau Grau gegen ihren erklärten Willen im Oberbürgermeister-Wahlkampf benutzt wird! Merkt niemand, dass man dabei ist, sie nachhaltig zu beschädigen? Fragt niemand, wie es ihr dabei geht?

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