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Förderung für neue Verkehrskonzepte

07.01.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Michael Jäger, Nürtingen. Zum Artikel „Fortschreibung des Mobilitätskonzeptes kein Selbstläufer“ vom 17. Dezember. Schaut man sich die Verkehrsentwicklung in Nürtingen in all den vergangenen Jahren an, so bleibt nur der Schluss: Die Straßen sind voller denn je und niemandem nützt das. Nicht den Autofahrerinnen und Autofahrern, die immer wieder nur mühselig durch die Stadt kommen. Nicht den Menschen, die in dieser Stadt leben und Lärm und Abgasen selbst in der Innenstadt ausgesetzt sind. Nicht den umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln, denen bisher zu wenig Priorität eingeräumt wird. Und es nützt schon gar nicht dem Klima, das unter dem Ausstoß der Treibhausgase gerade auch durch den motorisierten Verkehr leidet.

In dieser Situation ist es dringend nötig, die Mobilität in unserer Stadt grundlegend neu zu überdenken. Hierzu brauchen wir, wie die Stadtverwaltung richtig erkannt hat, ein neues Verkehrskonzept. Solche Verkehrskonzepte werden momentan(!), wenn sie unter dem Gesichtspunkt der Klimafolgenabschätzung aufgestellt werden, vom Land gefördert. Und auch für daraus folgende Maßnahmen stehen dann erhebliche finanzielle Förderungen in Aussicht. Zwar gibt es noch nicht gemachte Hausaufgaben der Stadt aus einem alten Radverkehrskonzept, die, wenig rühmlich, schon seit Jahren in der Schublade liegen. Nur: Wenn wir mit einem neuen Konzept abwarten, bis diese Maßnahmen tatsächlich umgesetzt sind, dann ändern wir am Nürtinger Grundproblem so gut wie nichts. Der motorisierte Individualverkehr wird trotz der noch vorgesehenen Maßnahmen wohl wie schon seit Jahrzehnten weiter zunehmen und die Nürtinger Straßen immer mehr belasten. Denn in seine Grundstruktur wird durch die alten, wenig konkreten Pläne nicht eingegriffen. Wie auch, denn damals (2011) wurde das Problem der Klimaerwärmung in der breiten Öffentlichkeit und damit in der Politik noch nicht als sonderlich dringlich wahrgenommen. Und es hilft nichts, bei aller verständlichen Verärgerung im Gemeinderat über alte, wiederholt nicht erledigte Hausaufgaben der Stadt: Um die zukünftige Mobilität für alle, auch für den Kfz-Verkehr (weniger Staus durch weniger Kfz), attraktiver zu gestalten, muss grundlegend in die Verkehrsinfrastruktur zugunsten des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad, Fuß) eingegriffen werden.

Außerdem: Wollen wir die Pariser Klimaziele von 2015, die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius, auch nur annähernd in den Blick nehmen, so führt kein Weg an einem neuen und ambitionierten Verkehrskonzept für Nürtingen vorbei. Und natürlich dieses Mal das Verkehrskonzept, unter einem neuen OB, auch umzusetzen!

Leserbriefe

Unverhohlene Parteibrille

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