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Flugreisen und die Begleiterscheinung

18.07.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Börner, Wendllingen. Zum Artikel „Grünes Licht für neue Flugroute“ vom 5. Juli.

Jeder Bewohner im Einzugsgebiet des Stuttgarter Flughafens weiß, dass Lärm – welcher Art auch immer – Menschen auf Dauer krank macht. Das ist eine Tatsache, die nicht vergessen werden darf. Ich selbst habe fast 20 Jahre in der Einflugschneise in Berkheim gewohnt und die meisten Flieger haben sich auch daran gehalten, auf der vorgegebenen Route den Flughafen anzufliegen. Einige jedoch sind direkt über unser Haus beim Start geflogen, und da hat manches Glas bedrohlich gezittert. Nun wohne ich in Wendlingen und da fliegen doch einige Maschinen beim Start eine engere Kurve wie noch vor einem Jahr.

Dass viele Bürger genervt sind von der Vorgehensweise der Fluglärmkommission kann ich voll verstehen. Auch die Klagen der Anwohner am Flughafen über den Fluglärm, besonders beim Start, kann ich voll nachvollziehen. Aber eine Frage muss gestattet sein: Wer von den Anwohnern wurde denn gezwungen, in der Nähe des Flughafens ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zu mieten?

Wer würde denn eine weite Anreise zum Flughafen in Kauf nehmen? Zum Beispiel zum Frankfurter Flughafen oder nach Frankfurt-Hahn, München oder Düsseldorf? Man nimmt dann den nahen Flughafen in Echterdingen billigend in Kauf, wenn es in den Urlaub geht. Der ist ja ideal, man braucht nicht so weit fahren und die Anwohner in der Nähe bleiben außen vor. Wenn ein Flughafen in der Nähe ist, wird es immer Ärger geben. Da der mittlere Neckarraum ja auch dicht besiedelt ist, bleibt ja auch nicht viel Spielraum, wo nun genau eine ideale An- und Abflugroute sein soll.

Deswegen wäre es in der heutigen Zeit, wo man miteinander kommunizieren kann, klug, so eine Entscheidung zur Flugroutenänderung langfristig zu beraten und zu erörtern. Und natürlich sind auch die Menschen mit ins Boot zu nehmen, denn die Bewohner müssen mit dem Fluglärm leben, ob sie wollen oder nicht.

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