Leserbriefe

Finde die Demos der Jugend einfach klasse

04.05.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eberhard Ellwanger, NT-Reudern. Jetzt ist es passiert: „diese Jugendlichen“ haben auch in den Ferien für den Klimaschutz demonstriert. Somit fällt ein gut gehütetes Argument derjenigen ins Wasser, die lieber kritisieren, statt sich eigene Gedanken um den Klimaschutz zu machen. Aber es bleiben ja noch die stichhaltigen Vorwürfe übrig, dass diese mit dem SUV zur Demo gefahren werden, alle per Flugzeug in den Urlaub jetten, nicht wissen wovon sie reden und auf ihren Plakaten Rechtschreibfehler haben. Ist das wirklich alles, was meine Altersgenossen zur Klimaveränderung zu sagen haben? Wer will denn im Ernst behaupten, dass wir Menschen mit unserem Verhalten keine Veränderungen des Klimas zu verantworten haben?

Natürliche Klimaschwankungen hin oder her – wer uns Menschen da als unschuldig hinstellt, hat offensichtlich weder in Physik noch in Chemie oder Mathe aufgepasst. Im Fach Gemeinschaftskunde sieht es nicht besser aus. Den Menschen, die zu besagten Demos gehen wollen, um dort nach Schreibfehlern zu suchen, kann ich schon jetzt helfen, „intem iech kleich jedst tiesen Sads zurr Fervügung stele“.

Oft wird jungen Menschen vorgeworfen, sie hätten keine Ideale mehr und würden für nichts einstehen. Ich finde es klasse, dass wir im Moment eines Besseren belehrt werden. Und es ist tatsächlich Zeit, dass unsere Politiker wahrnehmen, wie es in 40 Jahren bei uns aussieht. Vor lauter Schielen nach ungezählten Lobbyisten ist das aber „rein zeitlich“ für sie kaum machbar. In der Zwischenzeit können wir alle unseren Bobbes heben und etwas tun. Ich bin nämlich überzeugt davon, dass man sich erheblich besser fühlt, wenn man an einer Bachputzete teilgenommen, mit dem Rad anstatt mit dem Auto gefahren ist oder eine Wildblumenwiese geschaffen hat, als wenn man den Jugendlichen Vorwürfe macht, die sich auf ihre ganz eigene Art für unsere und ihre Zukunft einsetzen.

Klar ist, dass weder ich noch „die heutige Jugend“ ohne Fehler sind. Aber wer zu Hause seinen Hintern auf dem Sofa parkt (Achtung: Vorurteil) und über andere schimpft, hat noch nie etwas auf dieser Welt zum Guten verändert.

Leserbriefe

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