Schwerpunkte

Leserbriefe

Falsche Zahlen sowie Hetze und Hass

08.08.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sem Schade, Wendlingen. Zum Leserbrief „Stuttgart, Frankfurt – was kommt danach?“ vom 1. August. Der Umgang mit Zahlen und Fakten ist in Zeiten von bewusster Manipulation durch Falschaussagen eine wertvolle Fähigkeit. Herr Hummel spricht von 60 Milliarden Euro Kosten der Bundesregierung für das Thema Asyl pro Jahr. Diese Zahl hätte er zuerst auf Google gegenprüfen sollen, bevor er sie aus einem dubiosen Facebook-Post in seien Leserbrief übernommen hat, denn diese Zahl ist falsch. 2018 hat die Bundesregierung für Flüchtlinge in Deutschland 15,1 Milliarden Euro ausgegeben (Quelle: Bundesfinanzministerium), also nicht die vom Autor um das Vierfache behauptete Zahl.

Herr Hummel schürt durch seine Leserbriefe Angst und Hass gegenüber Flüchtlingen. Er fühlt sich stark bedroht und nicht mehr sicher. Doch warum eigentlich? Ein Blick in die Kriminalstatistik zeigt: 2019 gab es die geringste Zahl an Straftaten seit 1987. Lediglich im Bereich der Cyberkriminalität stehen Anstiege zu Buche. Seit ich lebe, war es in Deutschland nie sicherer zu leben, als heute. Und doch fühlen sich einige Mitbürger durch medial wirksame Einzelfälle so sehr in Angst versetzt, dass sie meinen, an jeder Ecke warte ein Krimineller mit einem Messer (AfD-Framing). So sehr sogar, dass man diese Angst in Leserbriefen teilen muss.

Und selbst wenn der Autor weiterhin alle menschlichen Aspekte der Migration, also Kriege und Verfolgung (reale Ängste) außer Acht lässt und die Zahl der flüchtenden Menschen so gering wie möglich halten will, empfehle ich ihm eines: Die Wahl der verhassten Grünen. Denn die Klimakrise ist schon heute die Fluchtursache Nummer eins. Hier anzupacken, anstatt in der Gegend rum zu hetzen, wäre ein Mehrwert für uns alle.

Leserbriefe

Transparenz und Kommunikation

Ruth Edelmann-Amrhein, Aichtal-Aich. Zu den in den vergangenen Leserbriefen an vielen Stellen zitierten Querelen zwischen Amtsinhaber Bürgermeister Kruß und dem Gemeinderat möchte ich mich hier an dieser Stelle nicht äußern. Letzten Endes dürften nur die unmittelbar Betroffenen Kenntnis davon…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe