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Falsche Fährte bei E-Fahrzeugen

03.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bernd Hummel, Nürtingen. Zur E-Mobilität und den Folgen für die Wirtschaft. Bewusst fahren wir den wichtigsten deutschen Industriesektor ins Verderben. Immer wieder setzt eine Partei Nadelstiche ohne an die Folgen zu denken. Es werden zigtausende Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben – speziell hier in Baden-Württemberg. Diese Partei ist gegen alles, was nicht in ihr Schema passt. Theorie und Praxis beziehungsweise fundiertes Wissen klaffen hier jedoch weit auseinander. Was komplett ignoriert wird sind die, die unter dem Wahnsinn Batterie leiden: Und hier fängt es bei den Rohstoffen und deren Gewinnung an!

Alle Zellstoffe sind bereits jetzt als endlich zu bezeichnen und politisch (Herkunft und Abbau) mehr als kritisch. Mit aktueller Energiedichteberechnung bezogen auf ein Kilogramm Diesel fahre ich 20 Kilometer – mit der aktuell besten Batterie (ein Kilogramm Masse) 800 Meter. Aber ohne Steigungen, ohne Radio, Sitzheizung und bitte das Handy auch nicht laden!

Ein Mittelklasse-Fahrzeug braucht derzeit 800 bis 900 Kilogramm an Batteriemasse, SUV circa 1300 Kilogramm. Den energetischen Aufwand einbezogen fahre ich weit über 100 000 Kilometer 6D sauberen Diesel bis die Batterie pari bietet. Optimal reichen diese Zellen für circa sieben Jahre – danach? (Kostenschätzung fünfstelliger Euro-Betrag)

Entsorgung? Diese Zellen mit Kobalt, Nickel, Mangan lassen sich nicht recyceln – nur mit gigantischem Energieaufwand trennen. Jetzt kann jeder selber hochrechnen: Bei nur fünf Millionen Fahrzeugen à 1000 Kilogramm hochgiftige Masse. Auch die aktuellen E-Zapfsäulen, deren Preise, Ladezeiten, Kompatibilität, Infrastruktur – alles einfach nur desaströs.

Beispiel aus der realen Welt: Mit einem Mittelklasse-E-Pkw (Theorie 18 Kilowattstunden/100 Kilometer Verbrauch – Praxis aber 27 Kilowattstunden Verbrauch) auf dem Weg nach Hannover. Leider ist nicht alles eben (Kassler Berge), Durchschnitt 103 Kilometer pro Stunde. Nach 290 Kilometern wird es kritisch. Die Theorie zeigt circa 430 Kilometer. IONITY-Zapfsäule angefahren. Preis 57 Cent pro Kilowattstunde und ohne Vertrag 79 Cent (teurer als Diesel). Nach 30 Minuten Laden darf ich 150 Kilometer fahren oder als billige Option Strom über Standardladesäule mit sechs bis acht Stunden Ladevorgang ziehen. Das sind Fakten! Ohne zum Schluss zu hinterfragen wo die Milliarden der Mineralölsteuer kompensiert werden. Das zum Populismus und der Volksverdummung der Grünen.

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