Leserbriefe

Etikettenschwindel

02.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz-Rüdiger Haase, Großbettlingen. Zum Artikel „Ein Abend mit großen Momenten“ vom 29. November. Angekündigt war eine glamouröse Bürger-Gala mit internationalem Flair als Rahmenprogramm. Die Bürgerstiftung wollte bürgerschaftliches Engagement im Lebensraum Schule prämieren. Als ein in dieser Thematik Interessierter und Involvierter wollte ich dabei sein. Aber die nicht geringen Eintrittspreise und die im Vorfeld gerüchteweise bekannt gewordenen Projekte hielten mich letztlich davon ab. Der Bericht von der Gala bestätigte im Nachhinein meine Skepsis.

Wenn ich die Bedeutung des Wortes „Bürgerstiftung“ richtig verstehe, so handelt es sich doch um eine Stiftung für Bürger mit besonderem förderungswürdigem Engagement. Geehrt wurden jedoch durch-weg Schulen, deren ureigenster Bildungsauftrag darin besteht, Schülern das notwendige Rüstzeug für eine Berufsausbildung zu geben. Insofern scheinen mir die geplanten Initiativen – unabhängig davon, dass sie in einigen Schulen des Nürtinger Umfeldes bereits realisiert sind – durchaus im Rahmen des normalen Schulauftrages zu sein. Gewünscht hätte ich mir eine Wertschätzung derjenigen nicht-schulischen Träger und Bürger, die durch uneigennütziges und ideenreiches Engagement den Bildungsraum Schule, oder genauer: die Schüler und Schülerinnen, unterstützen. Diese gibt es reichlich in Nürtingen und Umgebung. Aber dies scheint wohl nicht die Zielsetzung der „Bürgerstiftung“ zu sein. Offensichtlich wird der Begriff des bürgerschaftlichen Engagements in der Stiftung anders verstanden.

Auffällig war auch die Tatsache, dass vor den Ehrungen nicht weniger als fünf Personen aus dem Umfeld von Politik und Stiftung, vom Vorstandsvorsitzenden der Stiftung bis zum Oberbürgermeister, sich publikumswirksam und imageträchtig im Rampenlicht sonnen konnten. Auch hier sollte kritisch die Zielsetzung einer solchen Gala hinterfragt werden.

Um nicht missverstanden zu werden: Gute Schulprojekte im problembeladenen Bildungssystem verdienen es durchaus, öffentlich herausgestellt zu werden. Aber dann bitte nicht auf einer solch pompös herausgeputzten Veranstaltung. Mein Eindruck: Ziel der Gala war weniger die Ehrung von leider nur bedingt ehrungswürdigen Projekten, als vielmehr die Imagepflege der Nürtinger Politiker und des ach so guten Finanzinstituts als Träger der Bürgerstiftung.

Leserbriefe

Warum wurde Freibad nicht früher geöffnet?

Friedhelm Horn, Rotenburg. Zum Artikel „Freibad öffnet Montag“ vom 10. Mai. Der Liebe wegen bin ich fast jedes Wochenende in Nürtingen. Ich bin passionierter Schwimmer und bin von der Qualität des Hallenbades und des Freibades in Nürtingen begeistert. Problem ist nur: Das Freibad ist nicht…

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