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„Es grenzt an Menschenverachtung“

12.02.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Mitsch, Wendlingen. Zum Artikel „Gauck fordert Ende der Zurückhaltung“ vom 1. Februar. Bundespräsident Gauck kritisierte auf der Sicherheitskonferenz in München die „Zurückhaltung“ unseres Landes bei der Entsendung unserer Soldaten zu Auslandseinsätzen. Den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan bezeichnete er als „notwendig“.

Diese „Notwendigkeit“ sah so aus: Die schrecklichen Anschläge vom 9. November 2001 hatten die USA tief gekränkt und verunsichert. Ihre Weltmachthybris hatte einen unerwarteten und nachhaltigen Schlag erlitten. Um die noch vorhandene Handlungsfähigkeit der USA zu demonstrieren, entschloss sich die Führung eines der höchstgerüsteten Länder der Welt, an Afghanistan, einem der ärmsten Länder der Welt, ein Exempel zu statuieren.

Es ist bis heute ungeklärt, inwieweit die Regierung (soweit vom Vorhandensein einer solchen in Afghanistan überhaupt gesprochen werden konnte) die Anschläge vom 11. September durchgeführt oder unterstützt hat beziehungsweise ob sie hierzu überhaupt in der Lage war. Der Grund für einen Angriff der USA und ihrer Verbündeter auf Afghanistan wurde nach bewährtem Rezept konstruiert.

Das geht so: Einem Staat werden von einem anderen Staat Ultimaten gestellt, die dieser Staat nur unter Preisgabe seiner Souveränität erfüllen kann. Wie schon am 23. Juli 1914 das k. u. k. Österreich nach dem Attentat auf den Erzherzog Franz Ferdinand durch ein Ultimatum an das Königreich Serbien den Ersten Weltkrieg lostrat, so verlangten die USA von Afghanistan die Herausgabe des al-Kaida-Führers Bin Laden innerhalb kürzester Frist.

Afghanistan konnte und/oder wollte Osama Bin Laden nicht herausgeben. Darauf folgte der Einmarsch amerikanischer und auch deutscher Truppen in Afghanistan.

Die unzähligen angeblichen Ziele dieses Einsatzes, die Politiker und Militärs formulierten, wurden nicht erreicht. 54 deutsche Soldaten sind bis jetzt in Afghanistan gefallen! Die Anzahl der an Leib und Seele verletzten Soldaten ist unbekannt. Wenn der Präsident unseres Landes gleichwohl glaubt, er müsse unsere „militärische Zurückhaltung“ kritisieren, so heißt dies, unsere Soldaten müssen weiter damit rechnen, mit undeutlichem Auftrag und undeutlichen Zielen in Einsätze rund um den Globus geschickt zu werden.

Es grenzt schon an Menschenverachtung, wenn unser Staatsoberhaupt die Notwendigkeit von Auslandseinsätzen zu einer Zeit propagiert, in der unsere Soldaten nach Aussage des Wehrbeauftragten und des Bundeswehrverbandes wahrscheinlich die Grenzen ihrer Belastbarkeit schon überschritten haben.

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