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Es geht um Eitelkeiten, Macht und Profilsucht

18.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rita Heinecke, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Eiche im Sturm“ vom 15. September. Mit dem Titel „Eiche im Sturm“ hat die Nürtinger Zeitung die Lernfähigkeit und Flexibilität im Denken von Herrn Mappus treffend beschrieben. Dessen Unbeweglichkeit zeigt sich unter anderem in der gebetsmühlenhaft wiederholten Behauptung, „die Leute seien einfach schlecht informiert“.

Hier zeigt sich, dass er Grundlegendes nicht verstanden hat oder verstehen will. Wie wär’s, er würde einfach mal mit ihnen reden? Den Leuten. Das erweitert bekanntlich den Horizont. Dabei würde er erfahren, dass die Leute heute besser denn je informiert sind. Vor allem seit die von der Landesregierung geheim gehaltenen Studien und Untersuchungen auf dem Tisch liegen. Erfahren würde er auch, dass es für viele Menschen wichtigere Zukunftsprojekte in unserer Gesellschaft gibt, als ein paar Minuten schneller in Ulm zu sein. Gut, das war jetzt von mir ein bisschen kurz argumentiert. Trotzdem. Meiner Meinung nach geht es bei S 21 nur um Macht, Eitelkeiten, Profilierung und nicht zuletzt um Denkmäler, die man sich setzen will. So etwas wie Neuschwanstein ist ja heute nicht mehr zeitgemäß. In den Augen eines Herrn Mappus, wie auch der meisten anderen befürwortenden Politiker, muss es einfach reichen, wenn das Volk alle vier Jahre seine Vertreter wählt und denen dann freie Hand lässt, was die Verwendung der Steuergelder angeht. So deuten sie die Demokratie.

Wie entfernt und abgehoben von der Realität Politiker heute sind, zeigt sich auch in Sätzen wie zum Beispiel „man muss die Leute an die Hand nehmen, mitnehmen“ und so weiter. Bitte? Was ist denn das für eine Sprache? Mich muss keiner an die Hand nehmen und ich kann selbständig denken. Um mir eine Meinung zu bilden, brauche ich nicht den sogenannten Sachverstand von Politikern, die vor lauter Weitblick nicht mehr sehen und verstehen, was um sie herum geschieht. Politiker, die Medienberater brauchen, die sie und ihre Ideen im Volk verkaufen sollen. Die Polit-Speech für den Mann auf der Straße, die Mutter hinterm Herd und, nicht zu vergessen, Lieschen Müller übersetzen.

Nein, so einfach geht’s nicht! Unsere Gesellschaft besteht nicht aus „wir da oben“ und „denen da unten“, sondern ist wesentlich komplexer und vielschichtiger, als es sich ein Partei-Karriere-orientierter Politiker vorstellen mag.

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