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Erst Erfolg dann Abgrund

14.04.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Horst Hasenberg, Nürtingen. Zum Artikel Chrysler steht zum Verkauf vom 5. April. Die traditionsreiche Firma Daimler- Chrysler kommt seit Wochen nicht aus den negativen Schlagzeilen der Presse. Hier ist eine Kettenreaktion zu beobachten, die schon seit einigen Jahren und mehreren Generaldirektoren praktiziert wird und diese jeweils nach anfänglichen Erfolgen in den Abgrund gezogen hat.

Mit dem Vorstandsvorsitzenden Reuter fing es an, Sohn des legendären Berliner Bürgermeisters. Er wollte Daimler-Benz zum Technologie-Konzern umbauen, also wurden die AEG und Flugzeugfirmen dazugekauft. In Zukunft sollte man bei Daimler-Benz auch Kühlschränke und Waschmaschinen kaufen können, ebenso Flugzeuge jeder Größe. Der Gedanke war nicht schlecht, man wollte weg von der einseitigen Produktion von Autos, um die Firma wetterfester zu machen gegen die konjunkturellen Schwankungen des Automobilmarktes. Einer seiner Helfer bei der Verwirklichung dieses Planes war Herr Schrempp, der auch sein Nachfolger wurde. Bald nach der Wahl zum Konzernchef hat dieser Herr Schrempp alles wieder rückgängig gemacht, was sein Vorgänger eingeführt hatte. Die AEG wurde verkauft und auch Teile der Flugzeugfirmen, natürlich mit Verlust. Sein Argument lautete damals, diese Firmen passten nicht zu so einer Autofirma.

Herr Schrempp ließ sich etwas anderes einfallen. Er wollte bei den Großen der Autobranche mitspielen, also wurden Chrysler und Mitsubishi dazugekauft und das Ganze auch noch als Hochzeit im Himmel bezeichnet. Geld für diese Geschäfte war ja genügend vorhanden, damals jedenfalls. Wie es weiterging, ist hinlänglich bekannt. Mitsubishi ist längst wieder verkauft, Chrysler steht auf der Kippe. Inzwischen gibt es Herrn Schrempp in dieser Firma auch nicht mehr. Einer, der Herrn Schrempp bei allem geholfen hat und sich als Wundersanierer von Chrysler betätigte, Herr Zetsche, ist heute Vorstandsvorsitzender von Daimler-Chrysler und macht nun wieder alles rückgängig, was er gemeinsam mit Schrempp aufgebaut hat. Hier wird in letzter Zeit die älteste Automobilfirma der Welt systematisch kaputt gemacht durch die ehrgeizigen Pläne der Generaldirektoren. Von einem gewinnbringenden Verkauf von Chrysler, wie schon mehrfach berichtet, kann überhaupt keine Rede sein, das ist reines Wunschdenken.

Hier wird es ähnlich ablaufen wie bei BMW mit Rover. Für einen Euro wird die Firma Chrysler den Besitzer wechseln. Auch BMW war mit dem Kauf von Rover mächtig auf die Schnauze gefallen, nur unter dem Strich ist doch noch ein Gewinn für BMW herausgekommen.

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