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„Energiekosten spielen keine Rolle“

06.02.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Seeger, Nürtingen. Zum Artikel „Gabriel dreht an vielen Stellschrauben“ vom 23. Januar. Minister Gabriel versucht sich darin, die EEG-Kosten zu begrenzen, da die Vertreter der deutschen Industrieverbände mit der Deindustrialisierung Deutschlands und mit dem massenhaften Wegfall von Arbeitsplätzen drohen. Abgesehen davon, dass dieser Zusammenhang Unsinn ist, da Deutschland unabhängig von Energiekosten immer noch einer der größten Exporteure weltweit ist: Würden die Verbandsvertreter sich die Mühe machen und ihre Mitgliedsfirmen selbst besuchen, würden sie feststellen, dass in den allermeisten Fällen die Energiekosten keine Rolle spielen.

Sehen wir uns in unserer eigenen Umgebung in den Industriebetrieben um, stellen wir fest, dass oftmals in völlig veralteten Gebäuden gearbeitet wird. Wärmedämmung ist Fehlanzeige, die Fenster sind einfach verglast und undicht. Ist es in der Halle zu kalt, wird einfach stärker geheizt – und das mit vorsintflutlichen Heizsystemen. Selbst dann, wenn man durch Schlitze und Fugen den freien Himmel sehen kann.

Beim Strom dasselbe Bild. Beleuchtungen sind völlig veraltet, obwohl hoch effiziente Systeme seit Jahren auf dem Markt sind. Licht aus, wenn keiner im Raum ist – früher Anweisung schon während der ersten Lehrjahre, heute kümmert das niemanden mehr. Maschinen mit Hydraulik, Kühlmittelanlagen und Kühlungen werden auch in der Pause nicht abgeschaltet.

„Hauptschalter aus“ am Wochenende – auch das ist ebenso nicht mehr in. Die Steuerungen laufen oftmals im Standby-Modus nachts und am Wochenende durch. Und wenn’s im Sommer zu warm wird? Zu was gibt es Klimaanlagen, die dann bei offenem Fenster auf Volldampf laufen – der besseren Luft wegen. Selbst einfachste Maßnahmen zu Spitzenlastmanagement und Verbrauchsoptimierung werden nicht umgesetzt, da die Energiekosten in der Regel wirklich keine Rolle spielen.

Sollten Energiekosten dann tatsächlich mal drücken, wird der Ruf nach Subvention und Unterstützung laut. Dabei ließen sich mit kleineren Veränderungen allein in Verhalten und Organisation bereits zehn bis 15 Prozent an Energie einsparen. Die einfachsten und rentabelsten Investitionen in Optimierungsmaßnahmen erbringen nochmals mindestens 20 Prozent an Verbrauchsreduzierung. Das anzugehen wäre allemal sinnvoller als die regelmäßig wiederkehrende öffentliche Schwarzmalerei.

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